Heute habe ich Lust, es noch einmal ganz zu veröffentlichen, — als ein Kapitelchen, klein aber mein, zu diesem großen Schlagwort Umkehr. Inhaltlich ist es entschieden noch nicht vergilbt.

Es ist das Protokoll einer eigenen Sitzung mit dem Medium Valeska Töpfer aus den achtziger Jahren, wie ich es mir selber zu späterer Kontrolle und Beruhigung damals sofort niedergeschrieben.

Sachliches Interesse für alles, was mit Weltanschauungsfragen zusammenhängt, und der Wunsch zugleich, für eine bestimmte dichterische Arbeit Stoff zu sammeln, veranlaßten mich damals zu Studien über den Spiritismus. Was ich sonst da an Materialien erlangt, ist in meinem Roman „Die Mittagsgöttin“ (Zweite Auflage, 1902, im Verlage von Eugen Diederichs in Leipzig) enthalten und kritisch verarbeitet. Diese Töpfer-Sitzung aber blieb als solche dort unbenutzt.

Sie ist auch kein „großer Fall“.

Trotzdem glaube ich, daß sie gerade mit ihren ganz schlichten Angaben einen gewissen Beitrag zur Klärung bieten kann.

Sie führt in die Anfangsgründe dieser Dinge ein — wenn aber irgendwo, so gilt vom Spiritismus dieser groben Art der Satz: Es ist nur der erste Schritt, der etwas kostet.

Ich lasse den Wortlaut genau so, wie er damals niedergeschrieben wurde.

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Unsere spiritistischen Wortführer behaupten zwar mit besonderer Energie, jedem Zweifler werde täglich an allen möglichen Orten ausreichend Gelegenheit gegeben, Augenzeuge der seltsamsten und überzeugendsten Geistermanifestationen zu werden, man brauche nach dem Worte Richard Wagners „nur zu wollen“ und man werde schon die neue Kunst sehen. In Wahrheit ist es nicht ganz so leicht, als irrende Seele im Chaos einer Weltstadt wie Berlin die Pforte einer Gespensterkammer aufzuspüren; Vereine für diese Sachen sind ja vorhanden und lassen sich auch finden, aber man ist dort unter Gläubigen und entbehrt der wichtigsten Freiheit: in bekannten Räumen und im Verein mit Freunden, auf die man vollkommen rechnen darf, Experimente anzustellen.

Der Zufall ist in solchem Falle der Glücksgott.