Heute würde er es als einen neuen Beweis seines optimistischen Naturprinzips selbst hinnehmen, daß die Geistesentwickelung uns ganz von selber darauf führt, die alte Sünde wett zu machen.
Im Moment, da wir nach so viel abgeflossenen schwarzen Wassern des Pessimismus wieder Optimismus suchen, sind wir mit drei Schritten wie bei dem Sänger der Gott-Natur, so auch wieder bei dem stillen Philosophen im Leipziger Rosental.
Denn so viel Stationen der modernen Geisteswallfahrt nach dieser Seite haben wir nicht, daß wir im Gedränge fehl gehen könnten.
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In dem großen Kampfe um den Natur-Begriff steckt aber noch ein tieferer Kampf.
Der Kampf überhaupt um die Wirklichkeit.
Um Begriff und Sinn und Kraft der Wirklichkeit.
Auch um sie hat das neunzehnte Jahrhundert unablässig gerungen, mit und ohne Wissen, mit und ohne Segen, aber rastlos, unermüdlich.
Es ist seltsam: ganz andere Erinnerungsfäden spinnen sich mir an, ganz andere Assoziationen, wie ich an dieses Wort „Wirklichkeit“ denke.
Kampfbilder tauchen mir zunächst auf aus dem ästhetischen Gebiet. Wie ist in den letzten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts gestritten worden über den Begriff des Realismus in der Kunst, — über Wirklichkeitskunst!