Philosophisch kräuselte sich das zu dem Gedanken aus: sie ist überhaupt bloß.
Der einzelne Mensch ist lediglich eine Welle in ihr. Sie dauert, er vergeht. Allerdings ist sie bloß eine ungeheuere Maschine, gleich den Sozialorganen des Menschen. Aber diese Maschine eben ist das eigentlich Seiende. Die Menschen sind nur in ihr geborene und wieder zerstörte Spiegelplättchen.
Allmählich sinkt das ganze Aktive der Welt mehr und mehr in diese gemeinsame Wirklichkeit.
Der Mensch ist nur noch Passives.
Er liegt in einer ungeheueren Maschine.
Sie treibt heute ihren Dampf in ihn und läßt ihn laufen. Morgen wirft sie ihn auf den Schwungriemen und wirbelt ihn gegen die Decke.
In diesem Jahrhundert grandioser technischer Werkstätten nimmt auch dieses Bild grandiose, monumentale Formen an.
Aber in seiner philosophischen Konsequenz muß es zu einem Pessimismus der schärfsten Färbung führen: dem Pessimismus, der in allen Kulturjahrtausenden immer wieder die Reaktion des Individuums gewesen ist, das von einer Weltanschauung wie eine Schnecke im Weinberg zertreten wird.
Und dieser Pessimismus wird tatsächlich doch nur verdankt einem falschen erkenntnistheoretischen Schachzuge.
Das Jahrhundert beginnt sich seinen schönsten Zauberstab, die „Wirklichkeit“ in Anführungszeichen, zu versteinern, zu entwerten, zu einer Geißel gegen sich selbst umzuübertreiben.