Aber das alles hatte ganz und gar nichts zu tun mit jener spezifischen Wirklichkeitstheorie des Jahrhunderts, die eben nur dieses Jahrhundert so aus sich gebären konnte.
Wohl läßt sich sagen, daß so heroische Irrtümer, wie diese Wirklichkeitslehre, selbst als Irrtum einer kraftlosen Epigonenzeit nicht gelungen wäre.
Es bedurfte selbst zur Grundlage dieses großen Irrtums einer großen Kunst.
Nur eine Kunst, die den Weg ins Herz großer Weltanschauungsfragen überhaupt wiederfand — und das ist immer Zeichen echter, ansteigender Kunst — konnte sich so tief verwickeln in eine Übertreibung, einen Irrgarten eben der modernen Weltanschauung hinein.
Aber darum bleibt Irrweg Irrweg.
..... Ich glaube nun aber, daß die Kunst auch hier grade die tiefste Mission erfüllt hat.
Gerade, indem die Kunst die brausende Welle dieser Wirklichkeitsidee eine Weile tief und scheinbar bis ins Herz hinein aufnahm, meine ich, daß sie uns die Augen hat öffnen helfen für die kolossale Übertreibung, die überhaupt in die ursprünglich so fruchtbare Idee der Wirklichkeit verheerend hineingeraten war.
Und so hat sie sich doch als die alte stärkste Schutzmauer bewährt.
Hat sie —?
Ich weiß es nicht, inwiefern das schon hinter uns liegt.