Diese Liebe leuchtet genau erst da auf, wo wir im Kulturmenschen ein Wesen sehen, das zugleich mit Siebenmeilenstiefeln auf die Herrschaft über das ganze „Muß“ losschreitet, — auf die Herrschaft über alle Naturgesetzlichkeit wenigstens seines engeren Bereichs. Der Mensch in diesem Sinne, „Herr der Erde“ als Techniker, als Naturforscher — und dieser Mensch durchdrungen von der Liebe: — diese Erde wäre ein Reich der Liebe innerhalb ihrer Naturgesetzlichkeit und durch sie.

Nun mag man ja sagen, dieser Mensch mit seiner ganzen Erde sei nur ein Pünktlein in der Natur. Ein Sternlein sei diese Erde unter Milliarden. Was will das eine Sternlein der Liebe selbst dann gegen Milliarden Sterne der fortgesetzten reinen Naturgesetzlichkeit bloß im alten Sinne.

Aber gerade weil ich das Auftauchen des Menschen und der Liebe in ihm nicht als eine Magie auffasse, sondern als ein naturnotwendiges Werden auf dieser Erde, halte ich solche Notwendigkeit auch auf anderen Weltkörpern für möglich.

Ja, ich halte sie aus strengen Verstandesgründen sogar für sicher. Ich sehe in der Menschwerdung eine kosmische Stufe, die genau so milliardenmal eintritt zu ihrer Zeit, wie Milliarden Sterne leuchten gleich unserer Sonne zu ihrer Zeit.

Aus der Naturstufe Mensch wird sich aber immer auch das Naturprinzip Liebe neu offenbaren, milliardenmal, durch die ganze Natur hindurch, — wenn es eben ein Naturprinzip, eine höhere sich entfaltende Form dieser Natur ist.

Auf jedem belebten Weltkörper werden Menschen erwachen und in diesen Menschen ein Funken Liebe und zugleich ein Wegstückchen Naturbeherrschung, — ein Stückchen Bändigung der Natur zu Zwecken der Liebe.

Und in diesem ihrem Werk müssen die Funken wohl schließlich sogar zusammenfließen. Ist doch die Verbindung zuletzt eine reine Frage der Technik. Was sollen wir aber einer Technik für Schranken setzen, die sich Millionen von Jahre über das hinaus entfaltet, was wir heute besitzen. Zusammenhänge werden sich herausstellen zwischen den unzähligen kleinen Ecken und Winkeln der Naturbeherrschung.

Im Moment, da alles Geschehen der Welt in den Händen, im Willen intelligenter Wesen liegt, alle Naturgesetzlichkeit nur in der Linie arbeitet, die dieser Wille will, — in dem Moment würde die zweite Stufe erfüllt sein. Naturgesetz und Liebe fielen zusammen im Sinne, daß das Naturgesetz nur mehr wirkte in der Richtung der Wünsche der Liebe. Seine unendlichen Möglichkeiten wären sozusagen polarisiert auf die eine Ebene — der Liebe.

Für unsern Blick, in der Linie, die wir allein auf unserer Stufe denken können, bedeutete das die Stufe der vollkommenen Seligkeit: den Himmel. Wobei immerhin offen bleiben mag, wie auch diese Stufe von noch weiterer Entwickelung überwunden, überboten werden könnte.

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