Ihr Werk ist, daß die rein gesetzmäßige Natur nicht als ein unendlich buntes Phantasiestück, sondern bereits als ein „Kosmos“ erscheint.
Es ist die Logik, die Empedokles als Weltordner pries und die in unsern Tagen Darwin als sein Prinzip der natürlichen Auslese der Passendsten im Organischen auf den Schild erhoben hat.
Diesem Weltprinzip allein verdanken wir die Möglichkeit eines mindestens auf Jahrmilliarden stabilen Fixstern- und Planetensystems, die Grundbedingung also der uns bekannten organischen Entwickelung. Und diesem Prinzip verdanken wir zweifellos den Menschen selbst, der das Ideal geradezu einer prachtvollen Anpassungs-Auslese darstellt.
Die gewöhnliche Antwort lautet allerdings, daß dieses Gesetz der Erhaltung des Passenderen doch ganz selbstverständlich sei.
Ja, warum aber ist es selbstverständlich?
Es ist selbstverständlich, erstens weil eine Logik, eine Gesetzmäßigkeit überhaupt in der Welt ist. In einer reinen Kuddelmuddelwelt wäre es gar nicht selbstverständlich. Es ist aber selbstverständlich zweitens noch, weil in dieser Weltlogik mit ihrer ersten Setzung eine optimistische Tendenz steckt, etwas was zu harmonischen, stabilen und immer harmonischeren, stabileren Verhältnissen in der Welt drängt.
Auch dieser Gedankengang ist ein sehr schwieriger im Ausbau, den ein paar Sätze gewiß nicht erschöpfen können. Er berührt unter anderem ja die tiefste philosophische Kernfrage der ganzen Darwinschen Idee. Aber so viel, meine ich, leuchtet doch schon durch, daß auch er nur einen optimistischen Zug in das Gesamtbild fügen kann. Gleichzeitig umfaßt er aber wieder nur ein streng naturwissenschaftliches Gebiet. Läßt er sich doch sogar die extremste mechanistische Ausnutzung des Zuchtwahlprinzips im Gebiet des Lebendigen gefallen, die nur möglich ist, — ohne ein Titelchen seiner optimistischen Färbung dabei preiszugeben.
Von den einzelnen Phänomenen der Anpassung aus läßt sich dann wieder ein sehr klarer optimistischer Faden finden in der „Entwickelung“ der Dinge, wie sie uns unser Naturausschnitt geschichtlich weist.
Immer, solange man in Linien dieser Geschichte etwas hineinschaut durch Astronomie, Geologie, Paläontologie, Anthropologie, hat ja der Gedanke frappiert, daß es da doch eigentlich im ganzen ständig emporgehe: — vom chaotischen Nebelfleck zum Sonnensystem, von der Glutkugel zur bewohnbaren Erde, vom einzelligen Urtier zum Menschen. Und im Menschen vom Mammutjäger zu Plato und Kopernikus und Goethe.
Aber es gibt doch auch gegenteilige Meinungen, anknüpfend an die Kuddelmuddel-Definition einer völlig sinnlosen Natur.