Aber wer will vor diesem einen Beispiel wirklich leugnen, daß es in allen seinen Zügen geradezu schreit nach einer optimistischen Deutung, die diese Liebe als das sichtbare Ziel faßt und die Naturbeherrschung und alles, was zu ihr führte, samt allen Anpassungen, Planetenwandlungen und so weiter, als das Mittel?
Wenn sich irgendwo ein reiner Kausalzusammenhang, aufgedeckt von nüchternen Naturforschern, die jede teleologische Betrachtungsweise sorgsam vermieden wie den bösen Feind, im Ganzen gedeckt hat mit diesem Endsinn, so ist es diese Entwickelung vom Nebelfleck bis auf den Menschen, der die Naturkräfte eine nach der andern in seine Hand bringt, um auf ihren Schultern ein Reich der verfeinerten Kultur, der idealen Menschlichkeit, der Liebe zu gründen.
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So wanderten meine Gedanken in der stillen Stunde in dem alten blumenweißen Gletscherbett, während die Tropfen in den schattenkühlen Felsschrunden leise von dem letzten schmelzenden Schnee fielen.
Ich dachte an die Folgen der Jahrtausende, da Tropfen, klein wie diese, das ganze Gebirge abtragen würden. Und das hatte die Menschheit vor sich, — Zeiten, in denen Gebirge schwanden und neu wurden durch Tropfen, die ein Sandteilchen herabschwemmen und anderswo wieder antragen....
Ich dachte an die lieblichen Blütensterne dieser Anemonen — und wie viel sonst noch in eine echte Natur-Definition einginge.
Auch ein rhythmisches Kunstprinzip muß in dieser Natur stecken, das unten diese Blume gebaut hat und oben im Menschen als Raffael und Goethe und Beethoven herausgeblüht ist.
Und aus dieser Natur sollte sich nicht doch ein beglückendes, erlösendes Evangelium herauslesen lassen, — nun wir doch einmal jetzt endgültig ihr angehören durch Forschungsresultate, die keiner mehr umwerfen kann?
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