Die „Erwerbung“ der jetzt automatisch bestimmten Dinge aber läge in uns unfaßbaren Aeonen einer unbekannten Vorgeschichte.
So würde ich, wenn es eben not täte, jenes seltsame „innere Entwickelungsgesetz“ zu deuten suchen, nach Analogie des Gegebenen und ganz ohne Mystik.
Gewiß: es läge in der Sache in gewissem Sinne etwas Mißliches.
Wir hätten die Ontogenie zurückgeführt auf die Phylogenie. Aber die Phylogenie wäre selber wieder abhängig von einer hypothetischen Vor-Phylogenie. Immer nur aufgezogene Uhren zweiter Hand. Das Ursprüngliche schöbe sich historisch ganz über unser Gesichtsfeld hinaus. Mißlich! Aber noch nicht mystisch. Solcher Mißlichkeiten haben wir mehr. Auch das Gravitationsgesetz ist für uns „gegeben“ von jenseits unserer Zeit-Weisheit her. Wo hat es sich „entwickelt“ als Eigenschaft der Stoffe? Fragen! Aber doch nur Fragen unserer Beschränkung im geschichtlichen Blick. Nicht das ewige absolute „Tür zu!“ der Mystik!
Je nun, die Sache steht trotz mancher gegenteiligen Behauptung vorläufig tatsächlich nicht so, daß wir auf derartig verwickelte Straßen müßten, — mit de Vries weniger als je.
Aber philosophisch sollte man sich darüber klar bleiben, — das ist immer ein unendlich wichtiges prophylaktisches Mittel!
Wie man sich, um es noch einmal zum Schluß zu betonen, darüber klar bleiben muß, daß selbst die strengste Zuchtwahl-Theorie noch nicht jede Fassung von Teleologie ausschließt. Sie schließt eben bloß eine ganz bestimmte herkömmlich grobe Form aus, die den Zweck als spiritistisches Gespensterpferdchen neben den einfachen völlig ausreichenden braven Gaul des Kausalzusammenhangs einspannen möchte. Nicht dagegen schließt sie eine feinere Teleologie aus, die eben bloß auf das faktische Schlußergebnis schaut und aus dem tatsächlichen schließlichen Herauskommen einer zweckmäßigen Welt, eines „harmonischen“ Verhältnisses der Dinge die Vermutung entnimmt, es müsse schon in der Uranlage der Welt eine Anlage mitgegeben gewesen sein, die das bedingte, — das Ideal einer zweckmäßigen Welt, das sich aber dann realisierte auf dem rein natürlichen Wege undurchbrechbarer Kausalzusammenhänge.
In dieser Betrachtung ist es völlig offen gelassen, welche Wege diese Weltteleologie nahm, es kommt alles bloß auf das Resultat an.
Und es steht nicht das Leiseste entgegen, unter diese Wege auch die Auslese des Passendsten im Daseinskampfe aufzunehmen.
Wobei ich freilich den Anhängern jener anderen, wie ich es nenne: groben Teleologie anheimstellen muß, ob sie das, was ich meine, überhaupt noch Teleologie nennen wollen.