Es wäre nämlich immerhin möglich, daß der Kometenschweif gewisse feine elektromagnetische Störungen auf unserer Erde hervorriefe.
Bekanntlich gibt es auf unserm Planeten höchst eigentümliche zeitweise Störungen und Stürme innerhalb der geheimnisvollen Kraftbetätigungen, die wir elektromagnetische nennen und deren Wirksamkeit wir erst in neuerer Zeit genauer zu erforschen und zu verwerten begonnen haben. Unsere Magnetnadeln geraten dabei in mehr oder minder lebhafte Unruhe. In stärkeren Fällen durchsausen gewaltige elektrische Erdströme die Oberflächenschicht des Planeten und bringen alle unsere Telegraphenleitungen für eine kurze Weile in heillose Unordnung, ja außer jeglicher brauchbaren Funktion. Zugleich wird bis in Gegenden, wo man an dergleichen nicht gewöhnt ist, eine völlig ungefährliche, aber sehr auffällige Lichterscheinung unserer Atmosphäre merkbar, die sich sonst auf eine gewisse Nähe der magnetischen Pole unserer Erde beschränkt: nämlich das sogenannte Polarlicht oder (für unsere Nordhalbkugel) Nordlicht.
Obwohl diese oft plötzlichen und für unsere modernen Verkehrsapparate mindestens momentan lästigen elektromagnetischen »Unwetter« zunächst durchaus irdische Phänomene sind (auch mit Einschluß des Nordlichts), so hat man doch allmählich gelernt, daß bei ihnen irgendein weiterer kosmischer Zusammenhang zweifellos auch noch besteht.
Sie fallen nämlich durchweg zeitlich genau zusammen mit bestimmten Erscheinungen auf der Sonne.
Die Sonne zeigt an ihrer Oberfläche gelegentlich gewisse Anzeichen, die auf eine lebhaftere eruptive Tätigkeit schließen lassen. Als sichtbarlichstes Gebilde gehören (in irgendeinem Zusammenhang, der an sich noch nicht völlig geklärt ist) hierher die Sonnenflecken. Diese Sonnenflecken treten in bestimmten Perioden stärker und dann wieder schwächer auf; bald ist die Sonnenscheibe von ihnen fast bedrohlich besetzt, bald wieder scheinen sie so gut wie ganz zu verschwinden.
Mit großer Sicherheit hat man nun eine elfjährige Periode dieser Art feststellen können, in der einmal eine Steigerung bis zu einem Maximum eintritt, dann aber wieder ein ebenso konsequentes Sinken folgt.
Ganz genau die gleiche elfjährige Periode beobachtet man aber auch in einem bestimmten Schwanken unserer Magnetnadeln. Hier muß ein Zusammenhang bestehen.
Bei bestimmter Häufung und Größe einzelner Sonnenflecken wird dann auch eine unmittelbare Wirkung deutlich. Mit dem Auftreten des Fleckenfeldes auf der Sonne, ja noch enger genau mit dem Moment, da es sich innerhalb der Sonnenrotation gerade unserer Erde senkrecht gegenüberstellt, pflegt bei uns ein erhöhtes elektromagnetisches Gewitter (mit wilden Magnetnadel-Ausschlägen, abnormen elektrischen Erdströmen und starken Nordlichtern) einzutreten.
Die Sonne ist von uns rund 20 Millionen Meilen entfernt. Trotzdem ist es, als greife von ihr in solchem Moment etwas Unsichtbares wie ein Scheinwerferstrahl bis zu uns herüber und störe unsere Apparate.