| In einem Häuschen, sozusagen — |
| (Den ersten Stock bewohnt der Magen) |
| In einem Häuschen war's nicht richtig. |
| Darinnen spukt und tobte tüchtig |
| Ein Kobold, wie ein wildes Bübchen, |
| Vom Keller bis zum Oberstübchen. |
| Fürwahr, es war ein bös Getös. |
| Der Hausherr wird zuletzt nervös, |
| Und als ein desperater Mann |
| Steckt er kurzweg sein Häuschen an |
| Und baut ein Haus sich anderswo |
| Und meint, da ging es ihm nicht so. |
| Allein, da sieht er sich betrogen. |
| Der Kobold ist mit umgezogen |
| Und macht Spektakel und Rumor |
| Viel ärger noch, als wie zuvor. |
| Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich. |
| Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich. |
| Zu Olims Zeit, auf der Oase, |
| Am Quell, wo schlanke Palmen stehen, |
| Saß einst das Väterchen im Grase |
| Und hatte allerlei Ideeen. |
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| Gern sprach davon der Hochverehrte |
| Zu seinen Söhnen, seinen Töchtern, |
| Und das Gelehrte, oft Gehörte |
| Ging von Geschlechte zu Geschlechtern. |
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| Auch wir, in mancher Abendstunde, |
| Wenn treue Liebe uns bewachte, |
| Vernahmen froh die gute Kunde |
| Von dem, was Väterchen erdachte. |
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| Und sicher klingt das früh Gewusste |
| So lang in wohlgeneigte Ohren, |
| Bis auf der kalten Erdenkruste |
| Das letzte Menschenherz erfroren. |
| Gehorchen wird jeder mit Genuss |
| Den Frauen, den hochgeschätzten, |
| Hingegen machen uns meist Verdruss |
| Die sonstigen Vorgesetzten. |
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| Nur wenn ein kleines Missgeschick |
| Betrifft den Treiber und Leiter, |
| Dann fühlt man für den Augenblick |
| Sich sehr befriedigt und heiter. |
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| Als neulich am Sonntag der Herr Pastor |
| Eine peinliche Pause machte, |
| Weil er den Faden der Rede verlor, |
| Da duckt sich der Küster und lachte. |
| Abends, wenn die Heimchen singen, |
| Wenn die Lampe düster schwehlt, |
| Hör ich gern von Spukedingen, |
| Was die Tante mir erzählt. |
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| Wie es klopfte in den Wänden, |
| Wie der alte Schrank geknackt, |
| Wie es einst mit kalten Händen |
| Mutter Urschel angepackt, |
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| Wie man oft ein leises Jammern |
| Grad um Mitternacht gehört, |
| Oben in den Bodenkammern, |
| Scheint mir höchst bemerkenswerth. |
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| Doch erzählt sie gar das Märchen |
| Von dem Geiste ohne Kopf, |
| Dann erhebt sich jedes Härchen |
| Schaudervoll in meinem Schopf. |
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| Und ich kann es nicht verneinen, |
| Daß es böse Geister giebt, |
| Denn ich habe selber einen, |
| Der schon manchen Streich verübt. |
| Frau Welt, was ist das nur mit euch? |
| Herr Walter sprach's, der alte. |
| Ihr werdet grau und faltenreich |
| Und traurig von Gestalte. |
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| Frau Welt darauf erwidert schnippsch: |
| Mein Herr, seid lieber stille. |
| Ihr scheint mir auch nicht mehr so hübsch |
| Mit eurer schwarzen Brille. |