| Hans, der soeben in der Stadt |
| Sein fettes Schwein verwerthet hat, |
| Ging spät nachhaus bei Mondenschein. |
| Ein Fremder folgt und holt ihn ein. |
| Grüßgott, rief Hans, das trifft sich gut, |
| Zuzweit verdoppelt sich der Muth. |
| Der Fremde denkt: Ha zapperlot, |
| Der Kerl hat Geld, ich schlag ihn todt, |
| Nur nicht von vorn, daß er es sieht, |
| Dagegen sträubt sich mein Gemüth. |
| Und weiter gehn sie allgemach, |
| Der Hans zuvor, der Fremde nach. |
| Jetzt, denkt sich dieser, mach ich's ab, |
| Er hob bereits den Knotenstab. |
| Was gilt die Butter denn bei euch? |
| Fragt Hans und dreht sich um zugleich. |
| Der Fremde schweigt, der Fremde stutzt, |
| Der Knittel senkt sich unbenutzt. |
| Und weiter gehn sie allgemach, |
| Der eine vor, der andre nach. |
| Hier, wo die dunklen Tannen stehn, |
| Hier, denkt der Fremde, soll's geschehn. |
| Spielt man auch Skat bei euch zuland? |
| Fragt Hans und hat sich umgewandt. |
| Der Fremde nickt und steht verdutzt, |
| Der Knittel senkt sich unbenutzt. |
| Und weiter gehn sie allgemach, |
| Der eine vor, der andre nach. |
| Hier, denkt der Fremde, wo das Moor, |
| Hier hau ich fest ihm hinter's Ohr. |
| Und wieder dreht der Hans sich um. |
| Prost, rief er fröhlich, mögt ihr Rum? |
| Und zog ein Fläschlein aus dem Rock. |
| Der Fremde senkt den Knotenstock, |
| Thät einen Zug, der war nicht schwach, |
| Und weiter gehn sie allgemach. |
| Schon sind sie aus dem Wald heraus, |
| Und schau, da steht das erste Haus. |
| Es kräht der Hahn, es bellt der Spitz. |
| Dies rief der Hans, ist mein Besitz. |
| Tritt ein du ehrlicher Gesell |
| Und nimm den Dank für dein Geleit. |
| Doch der Gesell entfernt sich schnell, |
| Vermuthlich aus Bescheidenheit. |
| Ein weißes Kätzchen voller Schliche, |
| Ging heimlich, weil es gerne schleckt, |
| Des abends in die Nachbarküche. |
| Wo man es leider bald entdeckt. |
| |
| Mit Besen und mit Feuerzangen |
| Gejagt in alle Ecken ward's. |
| Es fuhr zuletzt voll Todesbangen |
| Zum Schlot hinaus und wurde schwarz. |
| |
| Ja, siehst du wohl, mein liebes Herze? |
| Wer schlecken will, was ihm gefällt, |
| Der kommt nicht ohne Schmutz und Schwärze |
| Hinaus aus dieser bösen Welt. |
| Es wächst wohl auf der Haide |
| Und in des Waldes Raum |
| Ein Baum zu Nutz und Freude, |
| Genannt der Birkenbaum. |
| |
| Die Schuh, daraus geschnitzet, |
| Sind freundlich von Gestalt. |
| Wohl dem, der sie besitzet, |
| Ihm wird der Fuß nicht kalt. |
| |
| Es ist die weiße Rinde |
| Zu Tabaksdosen gut, |
| Als theures Angebinde |
| Für den, der schnupfen thut. |
| |
| Man zapfet aus der Birke |
| Sehr angenehmen Wein, |
| Man reibt sich, daß es wirke, |
| Die Glatze damit ein. |
| |
| Dem Birkenreiserbesen |
| Gebühret Preis und Ehr; |
| Das stärkste Kehrichtwesen |
| Das treibt er vor sich her. |
| |
| Von Birken eine Ruthe, |
| Gebraucht am rechten Ort, |
| Befördert oft das Gute |
| Mehr, als das beste Wort. |
| |
| Und kommt das Fest der Pfingsten, |
| Dann schmückt mir fein das Haus, |
| Ihr, meine liebsten Jüngsten, |
| Mit Birkenzweigen aus. |
| Der Ruhm, wie alle Schwindelware, |
| Hält selten über tausend Jahre. |
| Zumeist vergeht schon etwas ehr |
| Die Haltbarkeit und die Kulör. |
| Ein Schmetterling voll Eleganz, |
| Genannt der Ritter Schwalbenschwanz, |
| Ein Exemplar von erster Güte, |
| Begrüßte jede Doldenblüthe |
| Und holte hier und holte da |
| Sich Nektar und Ambrosia. |
| Mitunter macht er sich auch breit |
| In seiner ganzen Herrlichkeit |
| Und zeigt den Leuten seine Orden |
| Und ist mit recht berühmt geworden. |
| Die jungen Mädchen fanden dies |
| Entzückend, goldig, reizend, süß. |
| Vergeblich schwenkten ihre Mützen |
| Die Knaben, um ihn zu besitzen. |
| Sogar der Spatz hat zugeschnappt |
| Und hätt ihn um ein Haar gehabt. |
| Jetzt aber naht sich ein Student, |
| Der seine Winkelzüge kennt. |
| In einem Netz mit engen Maschen |
| Thät er den Flüchtigen erhaschen, |
| Und da derselbe ohne Tadel, |
| Spießt er ihn auf die heiße Nadel. |
| So kam er unter Glas und Rahmen |
| Mit Datum, Jahreszahl und Namen |
| Und bleibt berühmt und unvergessen, |
| Bis ihn zuletzt die Motten fressen. |
| Man möchte weinen, wenn man sieht, |
| Daß dies das Ende von dem Lied. |