| Fritz, der mal wieder schrecklich träge, |
| Vermuthet, heute giebt es Schläge, |
| Und knöpft zur Abwehr der Attacke |
| Ein Buch sich unter seine Jacke, |
| Weil er sich in dem Glauben wiegt, |
| Daß er was auf den Buckel kriegt. |
| Die Schläge trafen richtig ein. |
| Der Lehrer meint es gut. Allein |
| Die Gabe wird für heut gespendet |
| Mehr unten, wo die Jacke endet, |
| Wo Fritz nur äußerst leicht bekleidet |
| Und darum ganz besonders leidet. |
| Ach, daß der Mensch so häufig irrt |
| Und nie recht weiß, was kommen wird! |
| Ein Mensch, der etwas auf sich hält, |
| Bewegt sich gern in feiner Welt, |
| Denn erst in weltgewandten Kreisen |
| Lernt man die rechten Redeweisen, |
| Verbindlich, aber zugespitzt, |
| Und treffend, wo die Schwäre sitzt. |
| Es ist so wie mit Rector Knaut, |
| Der immer lächelt, wenn er haut. |
| Auch ist bei Knaben weit berüchtigt |
| Das Instrument, womit er züchtigt. |
| Zu diesem Zweck bedient er nämlich, |
| Als für den Sünder gut bekömmlich, |
| Sich einer schlanken Haselgerte, |
| Zwar biegsam, doch nicht ohne Härte, |
| Die sich, von rascher Hand bewegt, |
| Geschmeidig um die Hüfte legt. |
| Nur wer es fühlte, der begreift es: |
| Vorn schlägt er zu und hinten kneift es. |
| Sag Atome, sage Stäubchen. |
| Sind sie auch unendlich klein, |
| Haben sie doch ihre Leibchen |
| Und die Neigung da zu sein. |
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| Haben sie auch keine Köpfchen, |
| Sind sie doch voll Eigensinn. |
| Trotzig spricht das Zwerggeschöpfchen: |
| Ich will sein so wie ich bin. |
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| Suche nur, sie zu bezwingen, |
| Stark und findig, wie du bist. |
| Solch ein Ding hat seine Schwingen, |
| Seine Kraft und seine List. |
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| Kannst du auch aus ihnen schmieden |
| Deine Rüstung als Despot, |
| Schließlich wirst du doch ermüden, |
| Und dann heißt es: Er ist todt. |
| Lange warst du im Gedrängel, |
| Aller Dinge tief versteckt, |
| Bis als einen kleinen Bengel |
| Unser Auge dich entdeckt. |
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| Schreiend hast du Platz genommen, |
| Zum Genuß sofort bereit, |
| Und wir hießen dich willkommen, |
| Pflegten dich mit Zärtlichkeit. |
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| Aber eh du recht empfunden, |
| Was daheim für Freuden blühn, |
| Hast dein Bündel du gebunden, |
| Um in fremdes Land zu ziehn. |
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| Leichte lustige Gesellen |
| Finden sich an jedem Ort. |
| Weiber schelten, Hunde bellen, |
| Lachend zogst du weiter fort. |
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| Sahst die Welt an beiden Enden, |
| Hast genippt und hast genascht. |
| Endlich fest mit Klammerhänden |
| Hat die Liebe dich erhascht. |
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| Und du zogst den Kinderwagen, |
| Und du trugst, was dir bestimmt, |
| Seelenlast und Leibesplagen, |
| Bis der Rücken sich gekrümmt |
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| Nur Geduld. Es steht ein Flieder |
| An der Kirche grau und alt. |
| Dort für deine müden Glieder |
| Ist ein kühler Aufenthalt. |
| Wahrlich, sagte meine Tante, |
| Die fast alle Geister kannte, |
| Keine Täuschung ist die Trud. |
| Weißt du nicht, daß böse Seelen |
| Nächtlich aus dem Leibe rücken, |
| Um den Menschen zu bedrücken |
| Und zu treten und zu quälen, |
| Wenn er auf dem Rücken ruht? |
| Lautlos durch verschlossne Thüren |
| Immer näher siehst du's kommen, |
| Zauberhaft und wunderlich. |
| Und dir graust es vor dem Dinge, |
| Und du kannst dich doch nicht rühren, |
| Und du fühlst dich so beklommen, |
| Möchtest rufen, wenn's nur ginge, |
| Und auf einmal hat es dich. |
| Doch wer klug, weiß sich zu schützen: |
| Abends beim Zurruhegehn |
| Brauchst du bloß darauf zu sehn, |
| Daß die Schuhe mit den Spitzen |
| Abgewandt vom Bette stehn. |
| Außerdem hab ich gehört: |
| Leichtes Herz und leichter Magen, |
| Wie in andern Lebenslagen, |
| Sind auch hier empfehlenswerth. |