| Willst du gelobt sein, so verzichte |
| Auf kindlich blödes Wesen. |
| Entschließ dich, deine himmlischen Gedichte |
| Den Leuten vorzulesen. |
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| Die Welt ist höflich und gesellig, |
| Und eh man dich beleidigt, |
| Sagt wohl ein jeder leicht, was dir gefällig, |
| Denn keiner ist beeidigt. |
| Sie ist ein reizendes Geschöpfchen, |
| Mit allen Wassern wohl gewaschen; |
| Sie kennt die süßen Sündentöpfchen |
| Und liebt es, häufig draus zu naschen. |
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| Da bleibt den sittlich Hochgestellten |
| Nichts weiter übrig, als mit Freuden |
| Auf diese Schandperson zu schelten |
| Und sie mit Schmerzen zu beneiden. |
| Ganz unverhofft, an einem Hügel, |
| Sind sich begegnet Fuchs und Igel. |
| Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht. |
| Kennst du des Königs Ordre nicht? |
| Ist nicht der Friede längst verkündigt, |
| Und weißt du nicht, daß jeder sündigt, |
| Der immer noch gerüstet geht? |
| Im Namen seiner Majestät, |
| Geh her und übergieb dein Fell. |
| Der Igel sprach: Nur nicht so schnell. |
| Lass' dir erst deine Zähne brechen, |
| Dann wollen wir uns weiter sprechen. |
| Und allsogleich macht er sich rund, |
| Schließt seinen dichten Stachelbund |
| Und trotzt getrost der ganzen Welt, |
| Bewaffnet, doch als Friedensheld. |
| Der Bauer sprach zu seinem Jungen: |
| Heut in der Stadt da wirst du gaffen. |
| Wir fahren hin und seh'n die Affen. |
| Es ist gelungen |
| Und um sich schief zu lachen, |
| Was die für Streiche machen |
| Und für Gesichter, |
| Wie rechte Bösewichter. |
| Sie krauen sich, |
| Sie zausen sich, |
| Sie hauen sich, |
| Sie lausen sich, |
| Beschnuppern dies, beknuppern das, |
| Und Keiner gönnt dem Andern was, |
| Und essen thun sie mit der Hand, |
| Und alles thun sie mit Verstand, |
| Und Jeder stiehlt als wie ein Rabe. |
| Paß auf, das siehst du heute. |
| Oh Vater, rief der Knabe, |
| Sind Affen denn auch Leute? |
| Der Vater sprach: Nun ja, |
| Nicht ganz, doch so beinah. |
| Zwiefach sind die Phantasieen, |
| Sind ein Zauberschwesternpaar, |
| Sie erscheinen, singen, fliehen |
| Wesenlos und wunderbar. |
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| Eine ist die himmelblaue, |
| Die uns froh entgegen lacht, |
| Doch die andre ist die graue, |
| Welche angst und bange macht. |
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| Jene singt von lauter Rosen, |
| Singt von Liebe und Genuß; |
| Diese stürzt den Hoffnungslosen |
| Von der Brücke in den Fluß. |