»Machen lassen?« fragte der Chorus der Literatoren mit Bestürzung.

»Hat sie machen lassen?« rief die Gesellschaft.

»Wer wagt dies zu sagen?« schrie der Doktor, indem er bleich und atemlos aufsprang.

»Nun, leider derjenige selbst, der sie Ihnen verfertigt hat,« antwortete Rempen mit großer Ruhe, »der Magister Bunker; er logiert oben in Ihrem Hause.«

Der entlarvte Dichter versuchte noch einige Worte zu sprechen; er war anzusehen wie der Kopf eines Enthaupteten; die Augen drehen sich noch, die Lippen scheinen Worte zu sprechen, aber der Geist ist entflohen, der diesen Organen Leben gab. Eilig drängte er sich dann durch den Kreis, stürzte nach seinem Hut und verließ den Saal und die vor Verwunderung verstummte Gesellschaft.

»Ist es denn wahr?« sprach endlich die von Angst und Sorge erbleichte Elise, indem sie den Stallmeister sehr ernst ansah.

»Gewiß, mein Fräulein!« erwiderte dieser lächelnd. »Ich würde der Gesellschaft diese Szene erspart haben, aber ich war zu tief über diese freche Stirn erbittert, womit dieser Mensch mich und Sie alle hinterging. Doch hören Sie von dem wunderlichen Mann, der ihm alles dichtete.«

Man setzte sich schweigend, und Rempen erzählte; während seiner Erzählung schlich sich der Redakteur der »Blätter für belletristisches Vergnügen« aus dem Saal, ihm folgten seine Genossen, beschämt und ergrimmt über sich, den Doktor und die ganze Welt. Der Gesellschaft aber gereichte die Erzählung des Stallmeisters zu nicht geringem Vergnügen. Die gute Stimmung war wiederhergestellt, der Punsch, den der alte Rempen als Nachsatz von gestern gab, löste die Zungen, man fühlte sich weniger beengt, seit die öffentlichen Schiedsrichter hinweggegangen waren, man sprach allgemein das Lob des vorgelesenen Romans aus. Auch die Toasts wurden nicht vergessen, und als Julius von Rempen die Gesundheit aller wahrhaften Dichter und ihrer gründlichen Kritiker ausgebracht hatte, wagte es Elise, mit glänzenden Augen, aber tief errötenden Wangen, die Gesellschaft aufzufordern, auf das Wohl des neuen Hüon und der letzten Ritter von Marienburg zu trinken.