9.
Elise hatte dem Stallmeister, als er beim Nachhausefahren neben dem Wagen ritt, erlaubt, sie den andern Tag zu besuchen; er kam, er fand sie allein und gütiger gegen ihn gesinnt als je. Sie neckte ihn über seine Eingriffe in die literarische Welt und riet ihm, nie etwas drucken zu lassen, denn er habe alle Rezensenten gegen sich aufgebracht.
»Und sind denn nicht auch Sie mir einige Minuten gram gewesen,« fragte er lächelnd, »weil es einer Ihrer Freier war, den ich entlarvte?«
»Einer meiner Freier?« fragte sie hocherrötend. »Zundler? Sie irren sich.«
»O, Sie schenkten ihm oft ein geneigtes Ohr,« fuhr er fort, »verabschiedeten mich oft mitten im Gespräch, um auf die Worte dieses großen Dichters zu lauschen!«
»Gewiß nicht, Rempen!« antwortete sie verlegen. »Und einer meiner Freier, sagten Sie, als ob ich deren viele hätte!«
»Ich kenne wenigstens einige,« erwiderte er mit lauerndem Blick.
»Und wen?«
»Zum Beispiel Palvi.«
»Palvi!« rief sie erbleichend. »Was wollen Sie mit Palvi? Ich kenne ihn nicht.«