27.
Der Herzog ist gekommen,
Er liegt nicht weit im Feld;
Er hat's dem Feind genommen,
Er bringt 'nen Sack mit Geld.
G. Schwab.
Dem Platze, wo die Hauptleute und der lange Peter, ihr Oberst, versammelt waren, nahte sich jetzt ein geharnischter Reiter, dessen Pferd von zwei Landsknechten geführt wurde. Der Ritter hatte das Visier seines blanken Helmes herabgeschlagen, die breiten Schultern und die kräftigen Lenden und Beine waren mit Platten und Schienen von Stahl verhüllt, aber die wallenden Federn seines Helmbusches und die wohlbekannten Farben einer Schärpe, die über den Panzer herablief, die Haltung und das edle, kräftige Wesen des Nahenden hatten dem Pfeifer von Hardt längst gesagt, wen er zu erwarten habe. Und er betrog sich nicht, denn einer der Knechte trat jetzt vor den Oberst und berichtete, daß der »Edle von Sturmfeder« mit den Anführern der gesamten Landsknechte etwas zu sprechen habe.
Der lange Peter antwortete im Namen der übrigen: »Zag' ihm, er ist willkommen. Peter Hunzinger der Oberst, Ztaberl von Wien, Cunrad der Magdeburger, Balthasar Löffler und der tapfere Muckerle, wohlbestallte Hauptleute, erwarten ihn zum Gespräch. – Gott straf' mein' Zeel', er hat einen schönen Harnisch und einen Helm wie der König Franz, aber zein Gaul dürfte besser zein, Mordblei! er ist an allen vieren steif!«
»Dos ist holt, sog' ich, weil er den ganzen Sommer g'stonden ist in Mömpelgard beim Herzog.«
Die Männer belächelten den Witz des Wieners, doch hüteten sie sich, ihre Freude laut werden zu lassen, denn der Ritter hielt nicht allzuferne. Noch immer machte er keine Miene, abzusteigen und sich ihnen zu nahen. Er sprach mit dem Knecht, schlug dann das Visier auf und zeigte ein schönes, freundliches Gesicht. »Steht dort nicht Hans der Spielmann?« rief er mit lauter Stimme. »Erlaubet, daß er ein wenig zu mir trete.«
Der Oberst nickte dem Pfarrer zu, er ging, und der Junker schwang sich vom Pferde. »Willkommen in Württemberg, edler Herr!« rief der Mann von Hardt, indem er den Handschlag des Junkers treuherzig erwiderte. »Bringt Ihr gute Botschaft? Ich seh's Euch an den Augen an, es steht gut mit dem Herzog.«
»Komm! tritt hier ein wenig auf die Seite,« sagte Georg von Sturmfeder mit freudiger Hast. »Wie steht es auf Lichtenstein? Denkt sie an mich? Hast du einen Brief, ein paar Zeilen? O gib schnell! Was läßt sie mir sagen, guter Hans?«
Der Pfeifer lächelte schlau über die Ungeduld des liebenden Jünglings. »Einen Brief hab' ich nicht; keine Zeile. Sie ist gesund und der alte Herr auch; das ist alles, was ich weiß.«