»Wahrhaftig, das könnten Sie tun, kaufen Sie Essenz, ich will Sie einführen in Nanzes göttlichen Singtee.«

»Am Donnerstag bekomme ich meinen neuen Uniformsfrack,« antwortete er vergnügt; »dann gehen wir miteinander in den Singtee.«


4. Jocko.

Ein Besuch, der mir gerade jetzt sehr ungelegen kam, unterbrach meine Beobachtungen. Es war einer jener freundlichen Alltagsmenschen, die, wenn sie mit uns Billard gespielt haben, auf der Promenade einige hundert Schritte mit uns gingen, in der Loge zufällig neben uns einen Platz fanden, sich unaufgefordert zu unsern Freunden zählen. Er hatte sicher nicht geruht, bis er mein geringes Stübchen aufgefunden; er kam, wie er versicherte, nur aus Teilnahme, und doch war es die unverschämteste Neugierde, die ihn hergetrieben hatte; er und sein Hund beguckten und berochen jeden Winkel meines Zimmers; ich sah ihm an, wie er Notizen sammelte, um abends einige Damen über mich und meinen Spleen zu unterhalten.

»Sie sind doch ein glücklicher Mensch,« sagte er; »waren Sie in Gesellschaft, so vergaßen die Damen, daß es gegen allen guten Ton sei, länger als fünf Minuten über einen Gegenstand zu sprechen. Man lauschte begierig auf Ihre Worte, weil Sie ein halber Gelehrter sind.«

»Sie können sich doch wahrlich nicht beklagen,« erwiderte ich; »wie glänzend haben Sie vor drei Wochen die Damen unterhalten, als Sie den Brief aus Paris bekommen hatten.«

»Es war der einzige glückliche Abend meines Lebens,« sprach er mit süßer Wehmut; »mein Mode-Korrespondent hatte den vernünftigen Einfall, mir einige Anekdoten aus den Salons, einiges Neue über Damenputz und über die Stellung einer modernen Pariserin beim Tee-Eingießen, und wie sie in Gegenwart ihres jungen Ehemannes die Schlafhaube aufsetze, zu schreiben. Ich brachte es bei Graf C. vor; man fand mich köstlich, man fand mich liebenswürdig und amüsant. Es war aber auf Ehre der einzige Abend. Aber Sie! Wie glücklich sind Sie.«

»In was soll nur mein Glück bestehen?« fragte ich, ärgerlich über seine Ausrufungen.