Aber es mußte doch sein. Und es ging auch nicht anders. Er war der älteste. Hornbach wollte ihn sein Bedenken und Zögern gar nicht merken lassen. Als er die Stimmen ausgab, sagte er liebenswürdig leichthin: »Behnke, Sie spielen erster. Seien Sie brav. Ein Solo, auf das ich alles setze, Behnke.«

Behnke verneigte sich tief, sehr tief. Er war krebsrot geworden, glücklich, als ob er's große Los gewonnen hätte.

Nun hatte er den Lohn, den großen Lohn für seinen Fleiß, seine jahrelange Mühe, sein Streben und seinen Eifer.

Er sollte das große Solo spielen, auf das der gute Hornbach »alles setzte«.

»Fritz Behnke, erster Cellist des Hoftheaterorchesters«, ließ er sich jetzt Visitenkarten drucken.

Er übte halbe Nächte lang. Es war kein Zeichen, das unbeachtet blieb. Die ganze Stimme stand bald sauber vor seinem Geiste. Er kannte sie genau auswendig. Er blätterte sogar im Gedächtnis um. Es sollte eine Musterleistung geben.

Hornbach lächelte vergnügt in sich hinein. Ein bißchen spöttisch, aber doch zufrieden. Es ging besser, als er gedacht hatte.

Und dann der Behnke. Man kannte ja den kleinen Kerl gar nicht mehr. Er war ordentlich gewachsen. Der gute Behnke! ... Nur ein bißchen Genialität! ...

— Hauptprobe! Hornbach war in bester Laune. Behnke war ganz zappelig. Er stimmte schon eine Viertelstunde lang sein Cello. Immer wieder strich er und horchte. Das große Solo! — ging's ihm beständig im Kopfe herum.

Er schmierte den Bogen. Seine Finger trommelten nervös auf dem Griffbrett.