Er schwankte. Nein. Und er sprang auf und nahm seine Sense.
Er arbeitete jetzt mit Hast. Die Lene merkte es gleich. Er würde sich bald die Hörner abgelaufen haben. Aber der Kaspar hielt's aus. Bewundernd sah ihm die Lene zu, und sie blickte nun gern und öfter zu ihm auf und hatte Gefallen und Freude an seiner kräftigen Gestalt, seinen braunen Armen, den dicken, festen Muskeln.
Dem Kaspar war's heiß. Aber er setzte nicht aus.
Ihm kam alles so verändert vor. Alles, alles, rund um ihn. Er wußte selbst nicht wie. Er arbeitete nur so nebenbei. Die Hauptsache war ihm die Lene. Immer die Lene. Er mußte fortwährend an sie denken. An ihre Arme, ihre Brüste. Wie sie frei im Hemde lagen. Wie sie sich bewegen würden, mußte er sich vorstellen, wenn sie sich bückte, wenn sie die Garben aufnahm, wenn sie sie wieder hinlegte. Und von Zeit zu Zeit mußte er mal so halb rückwärts zu ihr blinzeln. Auf einen Moment trafen sich ihre Augen, wenn die Lene zu ihm sah.
Er wußte jetzt auch, was die Lene für Augen hatte: große dunkle. Früher hatte er das gar nicht gesehen.
Überhaupt fühlte sich der Kaspar jetzt ganz anders. Es war ein Glücksgefühl in ihm, eine Kraft, ein Mut und eine Heiterkeit! Er hätte jetzt alles fertig bringen können, das Allerschwerste.
Der Kaspar stellte die Sense auf und wetzte sie. Wie er sie wetzte! Das klang lustig wie ein Werben. Er wollte auch mal der Lene eins zeigen. Und der Wetzstein sprang über den Stahl in leichtem, lustigem Spiel.
Kling — kling, kling, ling klang — —
Von Zeit zu Zeit mußte er jetzt doch einen kurzen Moment einhalten. Er war wie betäubt.
Lene! — wollte er rufen — aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt.