»Lene!« sagte er da, und die Lene fragte: »Was?« — aber jetzt wußte der Kaspar nichts weiter zu sagen.

Ein eigentümlicher Bann lag über beiden. Sie hatten das Gefühl, sich etwas sagen zu müssen, waren sich aber nicht klar darüber. Beiden war das so seltsam genierlich, und doch zugleich so beseligend.

Von der Welt beachteten sie nichts. Sie waren allein. Sie wurden sich ihrer selbst nur in bezug aufeinander bewußt, das Sein und Leben des einen erwuchs aus dem des anderen. Der Kaspar dachte nur an die Lene — und die Lene mußte nur an ihn denken, als ob er sie dazu gezwungen hätte. Und wie ein förmlicher Zwang war's auch über sie gekommen.

Die Grillen zirpten, die Lerchen trillerten. —

Die Sonne brannte glühend, und Insekten umflogen und belästigten sie. Aber sie merkten nichts davon, sie starrten vor sich hin und wagten nicht einander anzusehen.

Noch einmal reichte der Kaspar der Lene den Weinkrug.

Und diesmal konnte er nicht anders, er mußte sie voll ansehen. Ein heftiges Zittern überlief ihn.

Das war die Lene!

Das!!

Wie ihr der Wein durch die Kehle rann, und wie sich ihre Brust hob und senkte! Diese starke, volle Brust! Sie gab ihm den Krug zurück und lachte ihn herzig an.