»Tag und Nacht kein Ruh,« fuhr die Mutter fort. »Und das viele Geld, was es kost! Ach Gott, ach Gott!«

Nun kam wieder eine unheimliche Erregung über den Schullehrer. Tausenderlei schwirrte ihm durch den Kopf. Unglück — Krankheit — Brotlosigkeit — Not — Elend — ohne Stelle — —! Wo das nur all auf einmal herkam!? Er dachte nun sogar ans Sterben ...

»So en Last wie mir, so en Last wie mir,« fing die Grete wieder an. »Des saure Lewe — is denn beim liebe Herrgott gar kein Erbarmen!«

Das kam mitten in des Schullehrers Gedanken vom Sterben hinein.

Rasch, ohne daß er's eigentlich merkte, stieg ein schlimmer Wunsch auf und schlüpfte über seine Lippen: »Ja, wenn er es zu sich nähme, der liebe Gott —« Er erschrak heftig, und nun war's ihm, als ob er erwache — —.

Er lag nun im Bette. In einem fort hörte er wie drohend den argen Wunsch. Das ließ ihm keine Ruhe.

Das Jüngste war nun still. Die Mutter schlief. Aber der Vater konnte den Schlaf nicht finden. Immer und immer wieder der arge Wunsch. Er stand auf und sah nach seinem Kinde. Es schlief ruhig. Aber ihm war doch so sonderbar. Es schien ihm, als sei's noch blasser als sonst, als gehe sein Atem schneller. Er sah genauer und horchte. — Nein, doch nicht — beruhigte er sich. Er legte sich wieder. Das Wort »Erfüllung« ging ihm durch den Sinn. Eine unheimliche Angst faßte ihn. Er weckte seine Frau.

»Grete, sieh mal nach dem Kind!«

»Loß mich schlofe,« knurrte die. »Wann mer emol Ruhe kennt.« Sie schlief schon weiter.

Der Schullehrer stand wieder auf und sah nach seinem Kinde. Alles wie vorhin. Er legte sich wieder.