»Euer Mühl' läuft leer, Nachbar,« entfuhr es ihm. Dabei wurde er rot.
»Die feiert Sonntag heut,« erwiderte lächelnd der Müller. »Man muß so einer Mühl' auch ihren Sonntag gönnen.«
Nun war der Jerrisepp ganz geschlagen. Um so mehr verwirrt wurde er. Er wußte nicht mehr zu unterscheiden, was gut und was nicht gut zu reden wäre. Und er hatte sich doch alles ganz genau ausgedacht gehabt, was er sagen wollte.
Der Jerrisepp verwurstelte sich noch weiter. »Mein' Mühl' kann ich halt nit Sonntag feiern lassen, das verträgt's nit. Es ist halt, daß ich durch die neu' Chaussee so einen guten Weg gekriegt hab'. Die Fuhrleut' wollen doch die holprigen Feldweg' heutigestags nit machen. Drum ist's halt was anders bei Euch, Nachbar. Den langen Feldweg scheuen sie halt all.«
»Und kommen aber doch,« fuhr die Müllerin nun heraus.
Der alte Müller bekam einen roten Kopf. Er trommelte sehr laut.
»Willst dich nit setzen, Jerrisepp?« fragte er. Der Jerrisepp tat's.
»Bei dei'm Großvater und mei'm Vater, Jerrisepp, wie ich noch Bub war und an dich noch kein Mensch gedacht hat, war's anders. Jeder hatt' damals sein gleich Teil.«
»Ja,« sagte der Jerrisepp, »so wie's bei den Menschen ist, daß die einen alt werden und die anderen jung, so ist's auch mit den Mühlen. Das eine überlebt sich, daß andere erhebt sich.«
»Hm!« knurrte der Alte.