Vor übergroßem Grimm kamen ihm fast die Thränen ins Auge.
Hätten ihn die Lakaien in Karlburg jetzt so – hier – gesehen! Herrn Lutz, der abends sein Glas guten Bordeaux haben mußte und seit Jahren einen so schwachen Magen hatte, daß der Koch in steter Sorge war, wie er Herrn Lutz zufriedenstellen könnte.
Wenn es in dieser Stunde nach Wunsch und Willen Lutzens gegangen wäre, er hätte Kanonen auffahren und dieses Heidelberg in Grund und Boden schießen lassen. Den Fourier vor die eine Kanone gebunden und den Doktor vor die andre! Und die Frauenzimmer dito!
Käse!
Was den Prinzen betrifft, so verstieg sich Herrn Lutz’ Grausamkeit nicht zu dem Gedanken eines Majestätsverbrechens, aber ehe er einschlief, malte er sich allerlei Bilder aus, wie Karl Heinrich am eignen Leibe die Folgen seiner übereilten Thorheit empfinden sollte. »Der bleibt hier nicht wohnen, darauf wett’ ich!«
Aber der Alltröster Schlaf kam und wiegte den müden Lutz in friedlichere Träume.
Der Regierungsrat, der unter allen Umständen, im Wagen, im Stuhl, in der Eisenbahn, im Bett, ausgezeichnet schlief – viel zu ausgezeichnet, denn gerade dieses unendliche Schlafen verdickte sein Blut –, lag schwer schnarchend, Karl Heinrich war der einzige im Hause, der noch wachte.
Er versuchte einzuschlafen, aber es ging nicht, dieser seltsame Tag hatte zu viel gebracht.
Er dehnte und reckte sich in seinem Bett, dessen Kopfkissen mit Stickereien verziert waren wie bei einem Damenbett, schließlich zündete er Licht an und stand wieder auf.