Und das Mädchen kam auch nicht wieder heraus.
Herr Lutz legte das Ohr an die Thür und versuchte zu horchen, aber er hörte nur undeutlich die beiden reden.
›Ein hübscher Skandal,‹ dachte er, ›das fängt gut an! Gleich am ersten Tage!‹
So wartete er eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, drei Viertelstunden, schließlich geriet er in eine Art Verzweiflung. Das dicke Mädchen war fort, alles ringsumher still, nur das umkränzte Pappschild »Willkommen« grinste ihm ins Gesicht …
Karl Heinrich lehnte, immer noch in Hemdärmeln, in seinem Sessel, rauchte eine Zigarette nach der andern und hörte lachend auf Fräulein Käthchens Schwatzen.
Was hatte sie ihm nicht alles in der einen Stunde erzählt! Wie alt sie sei: achtzehn – woher sie sei: aus Krems an der Donau, furchtbar weit her – wieviel Corps in Heidelberg sind und wo sie kneipen, wie der Rektor heißt, daß Herr Viktor von Scheffel augenblicklich in Heidelberg wohne und nächste Woche einen Fackelzug bekomme, daß sie zwei beste Freundinnen habe, die sich beide an ein und demselben Tage verlobten, wie teuer dieses Jahr der Wein sei, aber sehr gut, und so weiter. Dann fing sie an zu inquirieren und wie ein Untersuchungsrichter ihn auszufragen:
»Waren S’ denn schon mal in Heidelberg?«
»Nein.«
»Aber vielleicht in Tübingen?«
»Auch nicht.«