»Sei nicht so wild, halt mehr auf dich.« Dann saß sie in der Küche mit ihrem Strickzeug und ließ die endlosen Ermahnungen geduldig über sich ergehen. Sie hatte bisweilen versucht, zu widersprechen und zu sagen, daß sie sich keiner Schuld bewußt sei und daß man, wenn man jungen Herren Wein trägt, sich nicht haben könne wie eine zimperliche Gans, aber die vier Frauen fielen mit so viel Gegenbeweisen und Schelten über sie her, daß sie schließlich gar nichts mehr erwiderte. Sie saß ganz still und geduldig, wie jemand, der eingeregnet ist und auf die Sonne wartet.
Kamen dann endlich nachmittags die ersten Studenten und riefen draußen im Garten: »Käthie! He, Käthie!« – dann war sie wie verwandelt. Das Strickzeug flog in den Tischkasten, und im nächsten Augenblick lief sie durch das Haus, daß ihre kurzen Kleider, unter denen man die kleinen Stiefel sehen konnte, um sie her wirbelten.
Sie saß ganz still und geduldig.
»Bier, Käthie!«
»I komm’ schon!«
»Wieviel? Fünf sechs, sieben, wieviel seid’s denn? Acht. Da setzt euch her, da am Wasser, ich richt’ euch den Tisch.«
Und je voller es im Garten wurde, um so rascher sprang sie. In beiden Händen schleppte sie große Bierkrüge, und wenn es so arg wurde, daß von allen Seiten her ein Kreuzfeuer von Rufen auf sie eindrang:
»Käthie, die Speisekarte!«
»Bier, Käthie!«