»Hierher, Käthie!«

Dann lachte sie, daß ihre weißen Zähne wie zwei blanke Reihen zwischen den roten Lippen leuchteten.

»I komm’ schon! Habt’s euch nicht!«

Sie sprang hin und her, überall sah man ihre weiße Schürze und ihre nackten braunen Arme, die schlank waren wie die eines Kindes. Sie verlor nie den Kopf, sie vergaß nichts, keinen Löffel, keine Gabel, so daß oft die Frauen in der Küche ihr erstaunt nachblickten: »Ein Tausendsassa!«

In der Ledertasche am Gürtel, die sie nachts unter ihr Kopfkissen legte, trug sie einen Haufen Geld, aus dem sie beim Wechseln Händevoll hervorholte und auf den Tisch warf. Im Augenblick war das Wechselgeschäft erledigt, und im nächsten Augenblick rasselten die Münzen wieder in die Tasche.

»Verzählst du dich nie, Käthie?« fragte einer der Studenten.

»O freilich. Aber das macht nix. Ihr seid’s ja ehrliche Leute, ihr gebt mir’s ja wieder.«

»Prost, Käthie, sollst leben! Trink mal mit!«

»Dank’ schön!« Sie strich mit dem Rücken der Hand über ihre roten Lippen und that dann einen guten Schluck aus des Studenten Glas.

Einer oder der andre versuchte, sie um die Taille zu fassen und festzuhalten, aber weg war sie wie der Blitz.