»Zünden Sie sich eine Zigarre an, Kellermann.«

»Hm!«

Das Streichholz flackerte auf und beleuchtete sekundenlang das alte, verwitterte Gesicht.

Der Prinz kannte den Alten nun schon seit Monaten, aber in diesen wenigen Augenblicken war es ihm, als ob er diese müden Züge zum erstenmal sehe.

»Wie alt sind Sie, Kellermann?«

Eine Weile antwortete Herr Kellermann nicht, denn die Frage schien ihm so neu und eigenartig, daß sie ihn aus dem Konzept brachte.

»Fünfundsechzig.«

Fünfundsechzig! Und jede Nacht im Gange, den ganzen Tag im Gange, immer etwas langsam, aber immer willig, ein armer Kerl, der auf zwanzig Herren hören muß und es keinem ganz recht machen kann. Kein lustiges Original, wie es eigentlich zu den Studenten gehört – so ein Possenreißer, über den man beständig lachen könnte –, nur ein müder Mensch, der Semester für Semester neue Herren bekommt.

»Haben Sie Familie, Kellermann?«

Der Alte blickte erstaunt, fast mißtrauisch. Das hatte ihn – wenigstens in dem Tone – noch keiner der Studenten gefragt. Seine Frau trat nur insofern bisweilen in die Erscheinung, als sie die Wäsche der Studenten wusch.