Aber Karl Heinrich ließ in seinen Fragen nicht locker, während Käthie, die, für Herrn Kellermann in der Dunkelheit fast unsichtbar, ihren Kopf an des Liebsten Brust gelegt hatte, ihn unterstützte:

»Antworten S’ doch, Kellermann, reden S’ doch.«

Und beide, in ihrer weichen, glücklichen Stimmung doppelt empfänglich für die Leiden eines andern, fragten abwechselnd mit so viel Eifer und Teilnahme, bis Herrn Kellermanns kleine, trübe Lebensgeschichte zu Tage gefördert war.

Fast zum erstenmal in des Prinzen Leben trat diesem die schwere Daseinssorge eines Menschen handgreiflich nahe.

»Kellermann –«

»Was?«

»Kellermann, wenn ich später einmal nicht mehr hier bin und Sie geraten in irgend welche – welche Not, dann wenden Sie sich an mich, hören Sie?«

Der Alte antwortete nicht, aber Käthie legte ihre Arme um Karl Heinrichs Hals und flüsterte ihm etwas ins Ohr, vielleicht einen Dank.

»Sie verstehen allerlei vom Trinken, Kellermann« – Karl Heinrich suchte zu lächeln; – »wenn ich später einmal Fürst bin, dann kommen Sie zu mir. Sie sollen mein Kellermeister werden, das paßt auch zu Ihrem Namen, was?«

Da kam aus dem Dunkeln eine schwielige Hand, die vorwärts tastete, erst versehentlich Käthies Hand ergriff, daß Käthie zum Tode erschreckt aufschrie, dann unbekümmert weiter suchte und endlich des Prinzen Hand faßte und zusammenpreßte.