Als er am nächsten Mittag in das Krankenhaus kam, um sich von dem Regierungsrat zu verabschieden, lag dieser auf seinem Bett, das die Wärter auf den schmalen Balkon gerollt hatten. Man blickte von da aus auf das Schloß und den Königsstuhl, aber die Aussicht war heute trübe, weil ein feiner Regen niederging, der von den Bäumen den Staub wusch und nach der erstickenden Hitze der letzten Tage ein wahres Labsal bot.
Der Doktor lag matt in den Kissen und lächelte dem Prinzen müde entgegen, aber bei dessen ersten Worten schnellte er auf:
»Abreisen?! Nach Karlburg?!«
Er nahm die Depeschen und las sie in fiebernder Hast, dann noch einmal, dann lehnte er sich schwer zurück und blickte, ohne ein Wort zu sagen, an Karl Heinrich vorbei in den dichter fallenden Regen.
»Da ist doch nichts zu machen, lieber Doktor?«
»Nein, da ist nichts zu machen.«
»Ich reise heute abend.«
»Hm!«
»Nach acht oder vierzehn Tagen, denke ich, werde ich zurück sein.«