»Möglich.«

Er las die Depeschen in fiebernder Hast.

»Und während der Zeit, lieber Doktor, brauchen Sie sich nicht zu fürchten. Ich habe mit meinen Corpsbrüdern gesprochen: jeden Morgen und jeden Nachmittag kommt einer her, um Sie zu besuchen. Wenn Sie es wünschen, lasse ich Ihnen auch Lutz hier zur Bedienung.«

Der Doktor lächelte schwach: »Nein, danke, danke herzlich!«

Und Karl Heinrich lächelte auch; Herr Lutz und der Regierungsrat hatten nie zusammengepaßt, hier im Krankenhause würden sie sich am allerwenigsten verstehen.

Aber dann lächelte er nicht mehr. Der Doktor hatte sich in diesen letzten Tagen seltsam verändert, das runde Gesicht war fast hager geworden, die Hände lagen schmal und weiß auf der blauen Steppdecke, müde ineinander gefaltet, wie kraftlos.

Der Gedanke beherrschte ihn immer mehr: es geht mit ihm zu Ende.

Plötzlich fanden sich ihre Augen. Er wollte zur Seite schauen, aber er konnte nicht. Vielleicht versuchte auch der Doktor zur Seite zu schauen, aber er fand noch weniger die Kraft. So blickten sie einander wie magnetisch gefesselt, sekundenlang an, bis es Karl Heinrich heiß aufstieg. Er biß die Zähne aufeinander und versuchte, gleichgültig in die Luft zu starren.

Wie aus einer weiten Ferne hörte er den Doktor dann reden: