„Und meine auch!“ ruft Evchen Sixtus mit ganz ungewöhnlicher Energie.
„I sieh’ einmal, Jungfer Naseweis! bist du auch noch da? In deiner Stelle wäre ich längst in der Küche, um Donna Julia Cichoria beim Kaffeekochen und in ihrem Kummer um ihren dummen Jungen zu unterstützen. Was ist deine Ansicht von der Sache, Fritzchen?“
„Halt’s Maul und laß mich wenigstens in Ruhe, Ungeheuer.“
„Und dies soll nun nicht grob sein?“ brummt das „belebende Prinzip“ in unserer Gesellschaft, dreht sich auf die Seite und grinst: „Bist du mir böse, Just?“
„Seit dem schönen Wetter zu Anfange voriger Woche habe ich euch hierher schon voraufgerochen. Jetzt ist es nett von euch, daß ihr mal wieder da seid. Ne, böse bin ich dir gerade nicht; denn Fritz und deine Schwester und Fräulein Irene wissen es, daß man auf keinen gern wartet, auf den man nicht jeden Morgen nach der Witterung ausguckt.“
„Sehr schön gesagt!“ brummt Ewald, jetzt wirklich sich abseits und unter einen etwas entfernten Stachelbeerbusch wälzend. „Gute Nacht, alle miteinander! Wenn wieder mal was Interessantes vorkommt, so weckt mich freundlichst. In Gehörweite für euren Unsinn bleibe ich euch zuliebe. Na, das Blech!“
Die Sonne liegt auf allen Bäumen des Grasgartens des Steinhofes; aber die Vögel in den Bäumen haben bereits ihre Siesta beendigt und fangen von neuem an, munter zu werden, um den trotz seiner Länge so kurzen schönen Tag so vergnügt und glücklich als möglich auszunutzen, — gerade wie wir. Die Komtesse sitzt wieder aufrecht und sehr helläugig da. Ihre Augen glänzen vor mädchenhaft lustiger Mutwilligkeit, als sie sagt:
„Hört nur, er schnarcht schon, der Unmensch! Jetzt sind wir unter uns. Rückt alle zusammen; — und nun sagen Sie, Vetter Just — es hört keiner zu als ich und Eva, Fritz und die Spatzen im Baum, und wir meinen es alle ganz ernst — haben Sie es hübsch weiter gebracht, seit wir zum letzten Mal hier auf Besuch waren?“
Mit seinem tölpischsten Lächeln sieht der Vetter in die Ferne:
„Wieso soll ich es denn weiter bringen, wenn ich nicht mal weiß worin?“