„Es wird geschehen, so wahr mir Gott helfe!“ sagte dumpf der Alte.
„Schau, es geht an — da hast du den Ring — mein Schwert liegt versenkt im Moor, es ist ein gutes, tadelloses Schwert geblieben! — Ihr sag — o Anneke! Anneke!“ Der Junker brach ab; er vermochte es nicht, weiter zu sprechen.
Unterdessen war eine Totenstille in der Menschenmenge eingetreten, die aber jedesmal, wenn die Henker einen der Meuterer des Reichsheeres von der Leiter stießen, in ein gräßliches, langanhaltendes Geheul, durch welches scharf das Wirbeln der Trommel klang, überging. — — Dreiundzwanzig Mal hatte das Volk aufgeschrien. —
„Christoph von Denow!“ rief nun der Profoß mit lauter Stimme.
Zum letztenmal lagen sich Christoph und Erdwin in den Armen.
„Lebe wohl! lebe wohl!“ flüsterte der erste — „vergiß nicht!“ —
„So gnade Gott mir und Euch!“ schrie der Knecht Wüstemann und strich die langen greisen Haare aus der Stirn zurück. Der Junker von Denow stand am Fuße der Leiter!
Er drückte die Hand auf das Herz und setzte den Fuß auf die erste Staffel: „O Anneke, süße Anneke!“
Der Gedanke kam ihm, er würde sie erblicken in der Menge, welche wieder in unheimlichster Stille den Richtplatz bedeckte; mit einem Sprung war er oben an der Seite des Henkers, der ihn mit dem Strick in der Hand erwartete. Er stieß die Hand desselben zurück — seine Augen schweiften über all die Tausende emporgerichteter Gesichter. —
„O Anneke Mey, liebe Anneke, wo bist du? wo bist du? weshalb hast du mich verlassen?!“