„Weshalb hast du das getan?“
Der Angeredete blickte irr und wirr im Kreise umher, antwortete nicht, sondern brach nur in ein herzzerreißendes Gelächter aus.
Der Herzog legte die Hand an die Stirn; — dann wandte er sich:
„Hebt doch das Kind von der Leiche!“
Der Leutnant von der Festung, Johannes Sivers, beugte sich nieder, um dem Befehl nachzukommen. Es gelang ihm mit Mühe:
„O gnädiger Gott, tot, tot, fürstliche Gnaden!“
Ein dumpfes Gemurmel ging durch die lauschende Menge; der Fürst schritt finster sinnend einige Minuten auf und ab. Dann hob er das Haupt:
„Bei meinen Vätern, ich glaub’, da ist ein bös Ding getan! leget die Dirne und den toten Knaben auf die Gewehrläufe — es ist Unsere Meinung und Wille, daß das Gericht wieder beginne. Wir sind entschlossen, selbsten im Ring zu sitzen!“
Während dieser letzten Worte hatte sich Erdwin Wüstemann langsam aufgerichtet; jetzt stand er wieder fest auf den Füßen. Der Herzog bemerkte es, er legte ihm die Hand auf die Schulter:
„Ihr habet hart und schnell in unser Gericht eingegriffen. Stehet zu mir nun auch im Ring, daß die Wahrheit an den Tag kommt! Nachher, wenn’s sich ausgewiesen hat, wie ich es mir zusammendenke, wollen Wir, daß Ihr die dort gen Ungarn führet als Unser Ehrbarer, Mannhafter und Getreuer! Höret Ihr, Hauptmann Erdwin Wüstemann?! Nun hebet die Leichen und rühret die Trommeln — fort! fort!“