Monsieur de Chamillard verbeugte sich bis zur Erde, und — d’Argenson ward gerufen.
[V.
Das Ende.]
nd Monsieur d’Argenson streckte seine Hand aus; — es fiel ein schwarzer Schatten über das glänzende, fröhliche Leben in der Gasse Saint Sauveur; nach allen Seiten hin zerstob das Getümmel der vornehmen, reichen und geistreichen Gäste. Die Flucht nahmen die Herzöge, die Marquis, die Chevaliers, die Abbés, die Poeten. Wer durfte wagen, da zu weilen, wohin Monsieur d’Argenson den Fuß gesetzt hatte?
Aus dem Nebel ragt düster drohend die Bastille! Sie halten den Stefano Vinacche, auf daß ihnen sein köstliches Geheimnis „nicht entgehe“, und — am 22. März 1704, einem Sonnabend — scharren sie ihn ein auf dem Kirchhof von Sankt Paul, unter dem Namen Etienne Durand.
Wer hat je das Genie durch Gewalt gezwungen, seine Schätze mitzuteilen?
So liest man in den Registern der Bastille:
„In der Nacht vom Mittwoch auf den grünen Donnerstag, als am 20. März 1704, morgens um ein Viertel auf zwei Uhr verschied in Nummer drei der Bertaudiere Monsieur de Vinacche, ein Italiener, in der Gegenwart des Schließers La Boutonnière und des Korporals der Freikompagnie der Bastille, Michel Hirlancle. Nach dem Tode des Gefangenen gingen die beiden Wächter, Monsieur de Rosarges davon zu benachrichtigen, und erhob sich dieser und verfügte sich in die Zelle des Sieur Vinacche, welcher sich selbst getötet hat, indem er sich gestern, als am Mittwoch, ungefähr um zwei Uhr nachmittags mit seinem Messer die Kehle unter dem Kinn zerschnitt und sich also eine sehr große und weite Wunde beibrachte. Obgleich ihm alle mögliche Hilfe geleistet wurde, konnte man ihn doch nicht retten. Da der Sterbende einige Zeit hindurch das Bewußtsein wieder erlangte, so hat unser Almosenierer sein Bestes getan, ihn zur Beichte zu bewegen, jedoch ganz und gar vergeblich. Gegen neun Uhr abends habe ich Monsieur d’Argenson von dem Unglück Nachricht gegeben, und ist derselbe in aller Eile sogleich erschienen, um zu dem Sterbenden zu reden, jedoch auch ihm hat der Unglückliche keine Antwort gegeben.
In diesem Schlosse der Bastille 20. März 1704.
Dujonca,
Königsleutnant in der Bastille.