Nah de Hochtid is ’t tau Enn’?““

„Ne“, segg ick, „dat ’s mi ganz wat Nig’s!“[978] un makt[979] en Gesicht dortau, as hadd mi min Unkel vertellt, sei hadden mi tau ’m Papst makt. — „„Na, denn sett Di dal,““ seggt hei, „„ick will Di ’ne Geschicht vertellen.““ — „Vertell!“ segg ick. „Äwer Din Nutzanwenning[980] lat[981] weg! Ick bün dor all tau olt tau.“[982] — „„Kein Bang’!““ seggt hei. „„De Nutzanwenning ward Din leiw’ Fru woll äwernemen, wenn Du minen Rat nich folgen deihst.““[983]

Ick sett’t mi also bi minen Unkel dal, un hei fung an tau vertellen:

„Tau Rümpelmannshagen, wo ick mine irsten Lihrjohren[984] as Klutenpedder[985] dörchmakt[986] heww, wahnten[987] dunntaumalen[988] twei[989] junge, schire[990] Kirls,[991] de ein’ heit[992] Wulf[993] un was de Smid in den Dörp,[994] un de anner heit Kiwitt[995] un was de Möller.[996] De Smid was en Pfiffkopp[997] un verstunn[998] sinen Kram, de Möller was man düsig,[999] hadd äwer dat Geld. Na, mit de Tid[1000] gung in den Dörp dat Gered’: „„Vaddersch,[1001] hest all hürt?[1002] De Smid un de Möller gahn Beid’ nah den Schulten sin[1003] Fik un Marik,[1004] un sei seggen jo oll von de Hochtid tau Martini.““[1005] — Un dat kamm ok so, sei frigten[1006] Beid’ tau Martini, un de oll Schult rüst’t ’ne Hochtid ut, de säd man: „Stah!“[1007] un wi jungen Lüd’ von den Hof wiren ok dortau beden,[1008] un ick weit dat noch as hüt,[1009] wo[1010] lustig dat hergung, denn uns’ Schriwer,[1011] Ludwig Brookmann, stülpt mi gegen Morgen ’ne Sleifkann[1012] vull Duwwelbir[1013] äwer den Kopp un säd, as ick falsch[1014] würd: dat süll jo man Spaß sin.

Nah de Hochtid was dat denn nu Allens will un woll;[1015] äwer dat wohrt[1016] ok man ’ne Tid lang, dunn munkelt dat in ’t Dörp: „Vaddersch, hest all hürt? De Möllerfru sleiht[1017] ehren Mann.“ Un dat was ok so. Eins Sünndagsnahmiddags kümmt de Möller tau den Smid, de sitt in ’n Kraug[1018] un spelt[1019] Solo, un de Möller seggt: „Na, wat Di hüt Abend passirt, dat weit ick ok.“ — „„Wo so?““[1020] fröggt de Smid un steiht up un geiht mit sinen Swager ’rut. — „Na,“ seggt de Möller, „verstell Di man nich! Wi Beiden hewwen uns schön vermeidt.“[1021] — „„Wenn Du min Fru meinst,““ seggt de Smid, „„denn möt[1022] ick Di seggen, ick heww en gauden Meidsmann.““[1023] — „Ja,“ seggt de Möller, „wenn sei nich tau Hus is.“ — „„Kumm[1024] mit!““ seggt de Smid. „„Ick heww gistern Swin’ slacht[1025], un Du weißt,[1026] min Fru mag girn Swartsur.[1027] Ick will Di den Bewis gewen.““[1028] — Sei gahn nu also nah den Smid sinen Hus’, un as sei dorvör stahn, röppt[1029] de Smid: „„Fiken!““ — Sin Fru kickt ut dat Finster un fröggt: „Wat sall ick?“ — „„Fiken,““ seggt de Smid, „„nimm mal eins[1030] de grote Schöttel[1031] mit Swartsur un smit[1032] de mal eins[1033] hir nah de Strat ’rut.““ — „Wat?“ fröggt sin Fru. — „„Du sallst de Schöttel mit dat Swartsur nah de Strat ’rute smiten.““ — „Glik“![1033] seggt Fiken, un hest nich geseihn, fohrt[1034] de Schöttel äwer de halw’ Dör ’räwer as hüt Morrn[1035] de Kürznermeister. — „„Recht so!““ seggt Smid Wulf. „„Un nu, Fiken, smit uns den Pott[1036] mit dat anner Swartsur ok man ’rut.““ Dat schüht[1037] denn nu ok, un de Smid seggt: „„Schön, Fiken! un lat Di de Tid[1038] nich lang warden, wenn ick hüt Abend lat[1039] tau Hus kam.““

Dormit geiht hei mit den Möller nah den Kraug taurügg[1040] un fröggt em: „„Na? hest nu seihn?““ — „Ja,“ seggt de Möller, „de is echt. Wo hest dit anfungen?“ — „„Up ’ne ganz einfache Wis’,““[1041] seggt de Smid. — „Hest s’ inspunnt?“[1042] — „„Ne!““ — „Hest s’ schacht?“[1043] — „„Ne, ok nich!““ — „Na, wo hest ’t denn makt?“ — „„Dat will ick Di seggen,““ seggt de Smid. „„As wie noch Brutlüd’[1044] wiren, dunn lurt[1045] ick ehr dat af, von wecken[1046] Stück Tüg[1047] sei woll am meisten hollen ded,[1048] un dunn funn[1049] ick denn, dat dat en lütten, hübschen, roden siden Dauk[1050] was, un as sick mal de Gelegenheit gaww,[1051] dat wi Frühstück eten[1052] hadden, und de Disch en beten[1053] stark vull Gaus’smolt[1054] smert[1055] was, dunn wischt ick mit ehren schönen Dauk den Disch af. Na, nu kannst Du Di denn denken, wo sei up mi losfohren ded![1056] Ich äwer fot[1057] sei rundting[1058] üm un küßt sei un säd: „Fiken, Du hest mi jo! Wat is an so ’n Dauk gelegen? So ’n Dauk kriggst Du woll wedder; äwer Einen, de so vel von Di höllt[1059] as ick, so ’n findst[1060] Du mindag’ nich.“[1061] — Na, sei gaww[1062] sick denn nu ok, un as wi nah den Teterowschen[1063] Königschuß wiren, gewunn[1064] sei ’n Pott, en schönen Pott; un as sei sick so recht dortau freuen ded,[1065] dunn namm[1066] ick den Pott un spelt[1067] dor so verluren mit, un — baff! — smet[1068] ick em up den Stein. Nu fung sei denn en beten an tau rohren;[1069] äwer ick küßt sei un säd: „Lat sin,[1070] Fiken, t’ is beter,[1071] dat de Pott intwei follen[1072] is, as dat ick mi wat intwei follen heww, denn ick sall uns uns’ Lew’[1073] lang dat Brod verdeinen!“ Na, tauletzt brok[1074] ick ehr noch drei Tähnen[1075] ut den Kamm; dunn lacht sei äwer all un säd: „Mi sall doch wunnern, ob Du mi tau ’m Teterowschen Harwstmark[1076] en nigen[1077] wedder schenken deihst.“[1078] Na, dat geschach denn nu ok, un so is ’t denn nu ok blewen;[1079] sei is mit Allens taufreden.[1080] — Äwer ick möt[1081] ’rinne un möt minen Solo spelen.““

De Smid gung also in de Stuw’ un spelt Solo, äwer nah ’ne halw’ Stunn’ kamm de Kräuger[1082] ’rinne un säd: „Smid, kumm ’rut![1083] Möller Kiwitt steiht buten[1084] un süht schändlich ut.“ — Smid Wulf geiht also ’rut, un dröppt[1085] denn nu ok sinen Swager mit en intweiiges[1086] Gesicht un en dickes Og’,[1087] un verfirt[1088] sick denn nich slicht[1089] un fröggt: „Swager Kiwitt, wat hest nu?“ „„Je, dat segg man mal!““ seggt de Möller, „„dat kümmt von Din verfluchtes Geschichten-Vertellen.““[1090] — „Wo so?“ fröggt de Smid. — „„Je, frag’ noch lang’!““ seggt de Möller. „„Ick hadd Din dämlich Geschicht gaud ’naug behollen,[1091] un denk so bi mi, wat bi de ein’ Swester hulpen[1092] hett, kann jo bi de anner ok helpen:[1093] probiren kannst du ’t jo wenigstens. Ick gah also nah Hus, un min Fru steiht vör ’n Speigel[1094] un makt sick de Hor[1095] tau de Hollännerfru[1096] ehren Kaffeklaatsch[1097] t’recht,[1098] un up den Disch liggt[1099] ehre beste Huw’,[1100] un ick segg tau mi: „dit trefft sick mal glücklich!“ un nem de Huw’ un denk bi mi: „wenn du sei nu in de Waschschöttel[1101] in dat smutzige Sepenwater[1102] stippst, denn kann sei gaud warden.“ Na, ick dauh[1103] dat, un sei süht jo woll min Anstalten in den Speigel, un ihre[1104] ick mi noch up wat prekawiren[1105] kann, fohrt[1106] sei mi in dat Gesicht herinne, un as ick segg: „Mariken, Du hest mi jo, un ’ne Huw’ kriggst du sacht[1107] wedder!“ dunn röppt[1108] sei: „„Ja, ick heww Di! Un för de Huw’ sallst Du Din richtig Deil[1109] ok krigen!““ — „Un kik!“[1110] seggt de Möller un treckt[1111] sin Hand von dat dick Og’, „so hett sei mi tauricht’t,[1112] un dat üm Dine verdammte Geschicht.“ — „„Du Dummbort!““[1113] seggt de Smid, „„heww ick Di nich seggt, ick hadd dit Stück vör de Hochtid makt?[1114] Wat vör de Hochtid helpt,[1115] helpt nich nah de Hochtid.““

„Un dat is de Geschicht, min Sähn,“ säd min Unkel Matthies un stunn up,[1116] „un wenn Du klauk[1117] büst, denn kannst Du Di jo dornah richten.“

Ick stunn ok up un stellt mi an ’t Finster un let mi de Geschicht dörch den Kopp gahn un dreiht[1118] mi denn endlich üm un säd: „„’Ne dämliche Geschicht, Unkel! Du hest süs all betere[1119] Geschichten vertellt.““ — „Ja,“ lacht de Oll, „wil ick Di süs de Nutzanwenning glik[1120] mit gaww, un hir sallst Du sei säuken.“[1121] — „„Du wardst doch nich glöwen,““[1122] segg ick, „„dat ick min Brut ehr Huw’ in ’ne Waschschöttel stippen und mit ehren siden Dauk den Disch afwischen ward?““ — „Du kannst ’t jo mal probiren,“ lachte de olle Spitzbauw’.[1123] — „„Na,““ segg ick, „„dat fehlt mi noch, denn wir ick just bet an den Hacken.““[1124] — De Oll[1125] grint[1126] nu ümmer so vör sick hen, un as ick so bi mi denk: oll Lüd’ sünd wunderlich, wenn ’t regent,[1127] führen[1128] s’ tau Heu, seggt hei: „Jung’, wo olt[1129] büst Du denn eigentlich?“ — Von min Öller[1130] müggt[1131] ick nu in min Brüjamstid[1132] nich recht wat hüren,[1133] un ick denk bi mi: Haha! fangst du all wedder mit den Peper[1134] an? un ick frag’: „Worüm meinst Du?“ — „„Oh,““ seggt hei, „„ick mein’ man.““ — „Denn lat[1135] Di seggen,“ segg ick etwas scharp,[1136] „ick bün den letzten säbenten[1137] November ein un virtig Johr west.[1138] “ — „„Also,““ seggt hei, „„dörch de Virtigen büst Du dörch?““ — „Ja,“ segg ick, „is Di dat villicht nich tau Paß?“ — „„För minentwegen!““ seggt hei. „„Mi föllt dorbi man dat Sprückwurt in: wer in de Twintigen[1139] nich schön is, in de Dörtigen[1140] nich stark, in de Virtigen nich klauk[1141] un in de Föftigen[1142] nich rik,[1143] de kann ’t man sin laten,[1144] ut den ward nicks. Un Du schinst[1145] mi in de Virtigen noch nich klauk tau sin.““ — „Unkel Matthies,“ säd ick un richt’t mi stur in Enn’,[1146] „wer mi för dumm köfft,[1147] de ward bedragen;“[1148] un dorbi[1149] müßt ick woll man en sihr dämlich Gesicht maken, denn min Unkel lacht un säd: „„Un kannst bi Alledem för Di kein Nutzanwenning ut de Geschicht finnen! Jung’, dat is jo man en Glikniß:[1150] Wat de Smid mit den Dauk un den Pott un den Kamm upführt[1151] hett, dat paßt sick nich för Di; dat weit ick woll. Du möst natürlich wat Anners anstellen. Tau ’m Exempel: trugst[1152] Du Di woll tau, in Dinen Öller[1153] noch vör de Hochtid en Stückerner drei[1154] schöne dumme Streich uptauführen?““ — „Dumme Streich?“ frag ick. — „„Dumme Streich!““ seggt min Unkel, un ick gah nu in de Stuw’ up un dal un äwerlegg[1155] mi de Sak un dreih[1156] mi endlich üm un segg: „Ja; ick glöw’,[1157] Unkel, ick krig’ in aller Geswindigkeit noch en por taurecht.“ — „„Denn mak sei,““[1158] seggt min Unkel. — „Un Du meinst, ick ward dordörch Herr in den Hus’ bliwen?“ — „„Min Sähn, ick glöw’ dat. — Dumme Streich — nich slichte![1159] — Süh, wenn sei denn an tau schellen[1160] fangt, denn fall ehr üm den Hals un küß sei recht düchtig un segg: Lat man sin, lat man sin! Seih äwer[1161] de Geschichten weg, seih leiwer[1162] up min Hart,[1163] dat hürt[1164] Di un sleiht[1165] för Di von nu bet[1166] in alle Ewigkeit. — Un denn Jung’,““ sett’t hei hentau,[1167] „„denn kannst Du jo ok noch den Fautfall anbringen — denn Du magst seggen, wat Du willst — de hürt nu einmal dortau.““

Ick äwerläd[1168] mi de Sak nu hen un her un säd denn endlich tau mi: „Hei ’s din Mutter-Brauder un sallst em dorin tau Willen sin un sallst en por maken! un ick makt sei ok richtig.