„Mir gefallen Seine französischen Brocken gar nicht,“ sagte die Jungfer Radebrecker. „Wenn Er Seine Hündinnen da draußen vor den Bergen damit vom Ofen locken kann, so hab’ ich nichts dagegen einzuwenden, Kamerad. Bringt Er mir sonst was mit, so komm’ Er herein, Jochen, sonst aber bleibe Er draußen.“
Der einarmige Soldat trat wenigstens einen Schritt weiter in die Stube vor. Die Innerste rauschte dicht an dem Fenster vorbei, und Wald und Fels sahen herein. Die rothaarige Jungfer saß faul an die Lehne ihres Holzschemels sich legend und aß mit einem blutigen Messer in der Hand ein Stück Brot. Das Messer hatte sie aus der Küche mitgebracht, und wenn die kurfürstlich hannöverschen Förster nachgesucht hätten, so würden sie auch wohl das ausgeweidete Schmaltier gefunden haben, dessen rote Lebenstropfen an der Klinge hingen.
„Sakerment,“ murmelte der Invalide, „am besten paßte sie doch zwischen Mitternacht und ein Uhr auf ein Schlachtfeld, mit einem Sack auf der Schulter und einer Blendlaterne in der Hand. Sie würde frisch aufräumen im Notfalle unter den Blessierten. Wenn ich nur wüßte, was sie uns eingibt, daß wir ihr immer von neuem so gutwillig ihre Säcke tragen?“
Lachend zeigte die Jungfer dem Kameraden ihre weißen Zähne und wies mit einem Messer auf einen Schemel ihr gegenüber am Fenster.
„Nun, Korporal Brand, will Er sich nicht Seine Bequemlichkeit nehmen? Aber — ganz wie es Ihm beliebt.“
Schwerfällig setzte sich der Invalide auf den ihm angedeuteten Platz, warf seinen Hut auf den Tisch und sagte mürrisch grollend:
„Deinen Vater kenne ich, Doris; aber deine Mutter hätte ich auch wohl kennen mögen.“
„Weshalb?“
„Weil ich dann das Teufelskleeblatt voll zusammen hätte; den alten Satan und die alte und die junge Hexe. So ist’s, Jungfer Radebrecker, nehme Sie es mir nicht vor ungut.“
Das Mädchen lachte wiederum, — ganz und gar nicht beleidigt: