Augur Apoll errette mich, —

ad Augustum Caesarem ist die Ode überschrieben, Herr Oheim.“

„Den Herrn sollt Ihr anrufen; sein Name ist Zebaoth! Emanuel ist sein heiliger Name!“ sprach der Pfarrherr, die drohende Hand erhebend und weiter schreitend. Jetzt ließ der Student und Neffe ihn ziehen und stand still und sah ihm nach und dann noch einmal sich um in Höxter.

Viertes Kapitel.

Die Vetternschaft und zärtliche Verwandtschaft hätten wir demnach also vergeblich begrüßet!“ sagte der in die Wildnis ausgetriebene Bürger und ungeratene Sohn der erlauchten und erleuchteten Mutter Julia Karolina. „Sie haben mir immer meinen Weichmut vorgeworfen; aber hier habe ich es wahrlich nicht an Hartnäckigkeit fehlen lassen. Da hab’ ich doch getan und versucht, was meine seligen Eltern nur verlangen konnten. Ein anderer wär’ längst grob geworden und hätte der lieben Frau Tante und dem Herrn Onkel den Stuhl vor die Tür geschoben; nur solch ein gutherziger Gesell wie ich läßt sich dreimal aus ihr herauswerfen, ohne auf die ihm von früher Jugend an eingebläute Pietas den Teufel herabzubeschwören. Alle Höllengeister, erlöset mich von dem weichen Gemüte!“

Er kratzte sich bedenklich am Krauskopf, obgleich er vor zehn Minuten noch jeden Weltweisen, der dergleichen tun würde, arg in gebundener Rede gelästert hatte. Dann griff er von neuem hinterwärts in den Sack, traf aber auch diesmal auf wenig mehr drin als auf den Günstling des Mäcenas, den Liebhaber Glycerens, den Freund des Varus, — auf den alten sonnigen Schäker, den Flaccus. So stand er in der beginnenden deutschen Winternacht, als plötzlich der weiße Benediktinermönch, der Bruder Henricus, abermals an ihm vorbeiging. Der Frater hatte noch einen Besuch bei dem Minoritenprediger, den der Fürstbischof Bernhard von Galen der katholischen Kirche in Höxter als Hirten vorgesetzt, abgestattet, hatte ihn jedoch nicht zu Hause angetroffen und war, vom Küster zu Sankt Peter beschieden, ihm nach dem Hause des Bürgermeisters Thönis Merz nachgegangen. Er hatte seinen Minoriten richtig gefunden und sein Wort mit ihm ausgetauscht, und nun war er auf dem Wege zum Corveytor.

„Salve Domine!“ sagte der Student recht freundlich; und der Mönch schreckte auf, wie es schien, aus recht unbehaglichem Gedankenspiel. Er grüßte aber auch freundlich mit einer Verneigung und wollte damit ruhig an dem jungen Gelehrten vorüber; aber so glatt ging dieses doch nicht. Herr Lambert Tewes ging sofort mit ihm und führte die Unterhaltung weiter.

„Sie gehen nach Hause, ehrwürdiger Herr Pater?“