„Daß ich nur Kellermeister zu Corvey bin und nicht Herr Christoph Bernhard von Galen, Bischof zu Münster; und daß nach unseres guten Abts Arnolden seligem Abscheiden Er Administrator vom Stift und von hochberühmter Abtei geworden ist, und ich nicht Abt. Jetzo können wir zu Bette gehen, mein Sohn!“
Das konnten sie freilich; sie kamen nur fürs erste noch nicht dazu. Sie hörten die nämlichen Glocken, von denen der Helmstedter Student, Herr Lambert Tewes, in der Schenke zum heiligen Veit erweckt wurde aus seinem Schlummer.
„St. Vitus, was ist dieses?“ rief der Bruder Henricus, die Hand hinters Ohr legend.
„Hörst du etwas, Henrice?“
„Es klingt wie Sturm.“
„So summt es mir schon tagelang im Kopfe; — ich meine, es liegt in der Corveyschen Luft. Collusio Diaboli, Täuscherei und Blendwerk des Teufels! Wir wollen schlafen gehen.“
„Nein, nein, das ist keine Gaukelei der Luftgeister. Sie läuten Sturm zu Höxter!“ rief der Bruder Henricus. Er war zu dem hohen Fenster mit den kleinen runden Glasscheiben getreten und hatte einen Flügel geöffnet.
„Hören Sie, mein Vater?“
„Sohn Heinrich, du hast wieder einmal recht. Hilf mir auf; o, über die Heringskrämer, sie werden wohl auch einen Brand zu löschen haben! Sehen wir, ob der Himmel im Westen rot wird.“
Auf den Bruder Henricus gestützt, wackelte der brave Vater Adelhardus durch den langen Korridor in den westlichen Flügel des Gebäudes, und beide Alte sahen neugierig nach der Stadt hin. Das Himmelsgewölbe war und blieb aber dort dunkel; und es war gleich schwarze Nacht im Morgen und im Abend.