Nun sitzt man geruhig beim fröhlichen Schmaus,

Es schändet kein Frevler des Biedermanns Haus!“

Hiemit, das heißt mit diesem heitern, wenn auch nicht völlig zutreffenden Zitat aus der fünften Ode des vierten Buches der Lieder des Quintus Horatius Flaccus kam er an bei den Minoriten am Klaustor und wiederum ganz im richtigen Augenblick.

Neuntes Kapitel.

Ganz zur richtigen Zeit, denn eben schwieg die katholische Sturmglocke, und bekam der katholische Küster gleichfalls Prügel. In ganz Höxter aber hatte Lambertus keinen bessern Bekannten als Jordan Hunger, den katholischen Küster; dieser ging noch über den Fährmann Hans Vogedes, den Korporal Polhenne und Seine Hochedelgeboren Herrn Wigand Säuberlich, der mit dem Studenten dem Onkel Vollbort durch die Schule gelaufen war und wie er, Meister Tewes, auf keiner Seite Partei nahm, sondern auf jeder nur sein Vergnügen.

Dieses Vergnügen war nunmehr vor der Pfarrwohnung der von Christoph Bernhard bei St. Nikolaus eingesetzten Minoriten im vollen Gange. Der von St. Kilian herströmende katholische Haufen fiel dem lutherischen beim heiligen Niklas nicht in den Arm, sondern in die Arme. Im letzten Grunde hatten sie alle nur den einzigen Zweck, Unheil zu stiften, und das verrichteten sie denn auch, und zwar ohne jegliche Courtoisie. Das Steinbombardement auf die Fenster der katholischen Herren wurde ebenso kräftig unterhalten, wie das auf die Fenster des Onkels Vollbort.

„Sieh, sieh!“ sagte auch hier wieder der Studente fröhlich; doch eben, als er sich von neuem auf den Prellstein schwingen wollte, faßte ihn ein Weib am Rockschoß, zog ihn zurück und zeterte:

„Um Jesu Christi willen, Herr Magister, sie haben meinen Mann totgeschlagen! Er liegt unter den Glocken, und sie tanzen auf ihm herum!“

„O mon dieu!“ rief der Consiliatus. „Ist Sie es, Gevatterin? Mon dieu, und er war doch so gut Freund mit dem Fougerais bei unserm letzten Disput!“