Färb rot die See mit Pönerblut,

Verlach, verlach des Pyrrhus Wut;

Wirf nieder den Antiochum,

Sein syrisch Königreich stürz um;

Und mit Kanon und Flintenknall

Scheuch fort den grausen Hannibal!“

Das alles war nun gerade nicht nötig; allein Eile tat nichtsdestoweniger not. Herr Lambert sprang und überholte infolge seiner Sprünge den watenden Benediktiner um einen Schritt auf der Treppe. Von allen, die auf den neuen Notschrei herzuliefen, befanden sich der Bruder Henricus und der Student auf dem Schauplatze des Jammers und im Handgemenge mit den Unheilstiftern, ehe ihnen irgend jemand von der Abtei und der Stadt Hülfeleistung und Handreichung tun konnte. Keine gesperrte Tür hielt sie ja auf; und dem Mönche voran sprang der Bruder Studio ein in das Quartier des Sergeanten vom Regiment Fougerais und der lustigen Mamsell Genevion von dem nämlichen Regimente.

Sie kamen zur richtigen Zeit, wenngleich nicht für die drei Höxterschen Ruffiane. Der brave Fährmann Hans Vogedes hielt eben die Greisin auf dem Boden, ihr die Gurgel zusammendrückend, sein einer Raubgenosse zog mit groben Fäusten die zeternde Simeath an den Haarflechten durch das Kämmerchen, der andere der Halunken hatte bereits das armselige Bündel mit der Gronauschen Erbschaft unter dem Tische hervorgezerrt, kniete gierig wühlend und verstreute fluchend den Inhalt um sich her auf dem schmutzigen Boden. Die Lampe des armen Vaters Samuel und das flammende Haus desselben verbreiteten ihren Schein über diese häßliche Szene, wie sie Callot so gern zeichnete und malte in dem scheußlichen Jahrhundert, dem alle Gegenwärtigen angehörten. Sechzehnhundert solcher Bilder hat Maitre Jacques gefertigt bis zum Jahre 1635, und der einzige Trost für uns liegt darin, daß seine Erbin zuletzt doch das Kupfer sämtlicher Platten dieser misères et malheurs de la guerre in Küchengeschirr verwandelte und ihre Suppen darin kochte.

„Ecce iterum Crispinus!“ schrie der Student, gegen den die Kehle der Greisin freilassenden Hans Vogedes losstürzend. Im weit ausholenden Schwung warf er ihm zuerst den steifen Schweinslederband seines Flaccus auf die Nase, daß sofort das Blut hervorströmte.

„Da hast du dein Recht auf römisch, du Mauskopf!“