Die letzte Frage war, von einem außergewöhnlich gräßlichen Zahnfleischfletschen begleitet, an zwei junge Männer gerichtet, die uns an einer außergewöhnlich hell vom Monde beschienenen Stelle gestreift hatten, und von denen der eine, stehen bleibend, den andern auf das Trudchen aufmerksam gemacht hatte mit den Worten:
»Ein reizendes Geschöpfchen!«
In einigem Schrecken vor dem Schwarzen zurückprallend, hatten die Herren ihren Weg fortgesetzt und wir den unsrigen gleichfalls.
»Der Onkel Kunemund war sehr betrübt. Er hatte unseren Karl recht lieb gehabt, und ich hatte ihn auch sehr gern,« seufzte Fräulein Tofote. »Wir sind so häufig zusammengetroffen und wieder voneinander gegangen; aber nie unter solchen schrecklichen Umständen.«
»Jawohl,« brummte Ceretto hinter uns, »wenn das keine kuriose Geschichte ist, laß ich mich hängen. O Donnerwetter, sie haben alle ihre Ahnungen und geheimen und geheimnisvollen Beziehlichkeiten, weshalb sollte ich da nicht auch die meinigen haben. Herr, es geht wer hinter uns!«
Dieser Ausruf war an mich gerichtet, wir standen still, die Gasse lag klar und leer da — nichts war zu sehen und zu hören, und das Trudchen klammerte sich fester an meinen Arm.
»Sie haben den Herrn Autor bereits wütend gemacht; ärgern Sie mich nun nicht auch noch, alter Freund,« rief ich; doch der Mohr sagte:
»Ich muß doch meines seligen Herrn Schritt kennen! So ging er auf seinen
Geschäftswegen; — horch, — hören Sie?«
Wir hörten natürlich nichts, aber Trudchen zitterte heftig; und ich rief ärgerlich:
»Sie sind, — nun ich werde es Ihnen an einem der nächsten Tage sagen, was
Sie sind; jetzt wollen wir uns beeilen, nach Hause zu kommen. Die gnädige
Frau wird sicherlich in einiger Unruhe auf das Fräulein warten.«