Der Erste, der das Wort ergriff, war natürlich der Doktor, und er rief von seinem Wagentritt aus:

»Nicht wahr, da hab' ich euch wieder mal einen tollen Gesellen ins Dorf geschleift? He, ihr hattet wohl kaum eine Ahnung davon, daß es dergleichen auf Erden geben könne, — was? Mir gefällt der Kerl ausnehmend wohl, und ich freue mich unbändig auf eine fernere und genauere Bekanntschaft, — zu Worte wird er einen im Laufe der Zeit ja auch wohl einmal kommen lassen. Wir laden ihn natürlich rund herum der Reihe nach zum Essen ein.«

»Natürlich, und er soll sich dann auch über uns wundern,« rief Ulebeule, und der Doktor fuhr ab auf der Landstraße zur Rechten; er hatte ein gut Stück Weges zu fahren, ehe er seine Behausung erreichte.

Die beiden anderen wendeten sich links, und der geistliche Herr trug vorsichtig seine Taschenlaterne voran. Wo ihre Wege aber schieden, standen sie noch einmal still und sahen nach der Apotheke »zum wilden Mann« zurück. Das Haus lag dunkel da unter dem wieder dunkel und schnell ziehenden Gewölk. Obgleich der Wind sich ein wenig gelegt hatte und die Sterne sichtbar waren, trieb sich noch genug bedrohliches Gedünst am Himmelsgewölbe um, und die Pappeln in der Nähe der Apotheke schwankten wie betrunkene Gespenster.

»Mir wird jenes Haus dort nie wieder so aussehen, wie ich es bis zum heutigen Abend gekannt habe,« sagte der Pastor. »Was sagen Sie, lieber Freund?«

»Das weiß der Teufel!«

Der geistliche Herr zog ein wenig die Achseln zusammen.

»Sie sollten dieses böse Wort vorsichtiger gebrauchen, Bester,« meinte er. »Freilich, freilich, nach dem, was wir eben vernommen haben — wer kann da sagen — wer da seine Hand im Spiele gehabt hat? Ich lobe mir Zustände, die auf besseren Grund und Boden gebaut sind als — — kurz, was halten Sie vom heutigen Abend an von den Umständen unseres Freundes Kristeller?«

»Der Alte ist mir lieber denn je geworden!« rief der Förster voll Enthusiasmus. »Das nenn' ich einen braven Mann und einen guten Menschen! Wenn einer es verdiente, diesem famosen Scharfrichter und brasilianischen Generalfeldmarschall zur richtigen Stunde auf seinem Wege zu begegnen, so war's unser Philipp. Die Welt oder nur ein Stück davon würde er freilich nicht erobert haben, aber was man ihm giebt, das nimmt er mit Bescheidenheit und Dankbarkeit, und für unsere Gegend ist er doch wirklich diese dreißig Jahre durch ein Segen gewesen.«

»Und der andere — dieser andere — dieser Dom — Dom — Agonista?!«