Sie schmückte die sächsische Burg und hing die Fahnen der Kaisermacht aus; sie baute den Gärten die Lauben und ließ die Springbrunnen der höfischen Feste quellen; sie ritt auf dem Zelter dem König zur Seite und hielt den Sachsen das lockende Bild fürstlicher Herrlichkeit vor.
Theophano aber, die Griechin, trat in den sächsischen Tag, wie der Morgenstern still und beständig die Nacht überdauert; Klugheit und Schönheit standen ihr bei als zarte Vasallen der Bildung.
Sie las in den Schriften der Weisen und liebte das Frauengemach; sie sang dem König zur Laute und saß auf dem Söller, die Sterne zu deuten; sie hob den Schleier vergangener Dinge und wies den staunenden Sachsen die Schatten versunkener Schönheit.
So wurden die Säle der sächsischen Burg von Frauenhänden geschmückt, aber im inneren Hof stand die Kapelle und hielt dem Altar das schirmende Dach: im Herzen der Burg war dem Priester warme Wohnung bereitet.
Frauen und Priester warfen einander den Faden; aber nun webten nicht mehr lateinische Mönche den Teppich der Kirche.
Wie Bruno draußen in Köln, Otto des Großen hilfreicher Bruder, wie Williges, eines Wagners Sohn und gewaltiger Bischof von Mainz, so blieben Meinwerk von Paderborn und Bernward von Hildesheim mit ganzem Gemüt im sächsischen Herkommen.
Das Schwert stand ihnen nicht schlechter zur Hand als der Psalter: aber sie liebten den Frieden und wußten ihn zu gebrauchen; sie hörten den Spott der rheinischen Franken über die sächsische Roheit und rührten Hände und Herzen, dem Spott zu begegnen.
Sie hießen die Mönche, Schule zu halten; sie pflegten die Künste und waren Schatzhalter der Bildung; sie mehrten den Reichtum der Kirche, aber sie stellten ihn auf in schönen Gebilden; sie kannten die Schönheit der alten Welt und waren tüchtig und treu in ihrer sächsischen Einfalt, sie neu zu gestalten.
Ob der Sohn und der Enkel Otto des Großen als Jünglinge starben, verzärtelte Schwarmgeister der neuen Zeit: Frauen und Priester hielten das Reich behutsam in Händen; sie zehrten von seiner gewaltigen Macht, aber sie zehrten mit Anmut und Würde und bauten der sächsischen Burg einen Garten.