Aber die Kirchengewalt, die er brauchte, stand in Sankt Peter verankert, so wurde von neuem der Gottesstaat wach und der alte Kaisergedanke.
So zog der König der Deutschen zum andernmal über die Alpen; er ließ seiner Mutter Mathilde den Sohn – als Knabe in Aachen gekrönt – er nahm in Pavia die lombardische Krone als eigenes Lehen; er ließ sich in Rom als Kaiser der Christenheit salben.
Er trat in das freche Gezücht der Markgräfinnenbrunst und hing die Brut an den Galgen; er setzte den Lasterpapst ab und zwang dem römischen Hochmut sein Kaiserrecht auf, der Kirche den Papst zu ernennen.
Da ging der Gottesstaat in eine neue Wirklichkeit ein; denn der Kaiser war Herr, nicht der Papst.
Er legte kein römisches Prunkgewand an in Sankt Peter; wie er im deutschen Kleid unter den römischen Priestern dastand, war er der Schirmherr der Kirche aus eigener Geltung: der Papst, durch seine Macht eingesetzt, brachte demütig das Öl, ihn zu salben.
Die Ottonen
Wie eine gewaltige Burg standen die Berge der Hart im sächsischen Land; Heinrich der Finkler hatte Mauern und Tore gebaut, nun wuchsen Dächer und Zinnen über den Sälen ottonischer Macht.
Frauen kamen, die Säle zu schmücken: Mathilde, die sächsische Mutter Otto des Großen, Adelheid, die lombardische Gattin, Theophano, die griechische Sohnesfrau.
Heilig und mild war Mathilde; sie hielt in das lärmende Leben der Söhne die Mahnung der sächsischen Herkunft; Mutter war sie den Armen und Schwester den Schwachen, bis sie, vom Schicksal gesegnet, schlohweiß und beweint von den Sachsen, die letzte Lagerstatt fand.
Höher hob Adelheid ihre stolze Stirn in die Welt; sie liebte den Glanz und den glühenden Tag, sie trug die Krone ihr Leben lang und hielt die Zügel der Herrschaft gern in den Händen.