Aber das Haus stand im Reich, nicht in Rom; Bamberg, sein Bistum, machte er blühend und reich wie eines in Deutschland; da wuchs auch der reisige Dom, der den Ruhm seiner Taten mit steinernem Gewölbe kühn überspannte.
Die Kirche hat ihn den Heiligen geheißen, aber der Heilige war kein büßender Mönch; gleich seinen sächsischen Ahnen wußte er wohl sein irdisches Schwert von der himmlischen Sehnsucht zu scheiden, und keiner der Sachsen saß soviel im Sattel wie er.
Wie Heinrich der Finkler dem Sachsengeschlecht das deutsche Kaiserhaus baute, war Heinrich der Heilige sein treuer Beschließer.
Hundert Jahre lang hatten die Sachsen regiert; sie hatten das Reich aus der Willkür der Fürsten gerettet; sie hatten ihm Stärke, Ordnung und Schönheit gebracht; sie hatten die Kaiserstandarte über die Fahnen der Völker erhoben.
Der siebente Heerschild
Als Heinrich der Heilige begraben war in seinem Bistum zu Bamberg, kamen die Deutschen zur Königswahl: bei Oppenheim lagen sie hüben und drüben am Rhein, und die Heerschilde teilten die Plätze nach ihrer Geltung:
Der Heerschild des Königs mit seinem Banner, der Heerschild der geistlichen Großen, der Heerschild der Herzöge, der Heerschild der Grafen, der Heerschild der Bannerherren, der Heerschild der Ritter.
Sechs Heerschilde hielten dem kommenden König die Macht und gaben dem Reich ihren Willen; das Fußvolk stand kläglich daneben.
Denn das Ritterschwert war die unterste Geltung im Stand der Vasallen; nur wer dem König Heerfolge tat, galt noch im Reich der Großen und Grafen.