Und was die Mönche begannen, brachten die Bauern zu Ende; uraltes Hofrecht wurde lebendig, neue Weide zu schaffen; fleißige Rodung gewann aus den neblichten Wäldern die Sonnenplätze der Dörfer.
Es waren die goldenen Tage der Kirche in Deutschland, als die grauen Mönche die schwarzen ablösten, als sie den himmlischen Gärten die irdischen Vorwerke bauten, als sie im Eifer nützlicher Arbeit und frommen Gebetes den Prunkmantel römischer Herkunft vergaßen.
Der heilige Bernhard
Als Lothar, der greise Dienstmann der Kirche, verschied, stand Heinrich der Stolze, sein Eidam, Herzog von Bayern und Sachsen, der Krone am nächsten; um Pfingsten sollte die Wahl sein.
Alberto aber, der hitzige Bischof von Trier, wollte nicht leiden, daß wieder ein mächtiger König die goldenen Tafeln der Kirche zerbräche; er gab die Krone Konrad von Staufen als Ostergeschenk, da brauchten die Heerschilde nicht auf das Pfingstfest zu reiten.
Konrad, der Dritte genannt, war Kriegsmann und nannte geringe Erbschaft in Franken sein Eigen, da seinem Bruder Friedrich von Staufen das Herzogtum Schwaben gehörte; er mußte der Kirche willfährig sein gegen die Macht Heinrichs des Stolzen.
Aber die Kirche war nicht mehr das römische Reich; der Papst saß bedrängt in Sankt Peter, indessen Bernhard, der Mönch von Clairvaux, die Christenheit lenkte.
Ein neuer Apostel hielt wieder das Kreuz, von Wundersagen umdichtet: in der Macht seiner Rede ein Paulus, und ein Prophet, wie Jesaias war.
Der Stern von Bethlehem stand neu über dem Abendland: wie er den Weisen aus Morgenland schien, so glühten die Mönche im Licht der neuen Verheißung.
Der Tag der Verheißung brach in der Wirklichkeit an und war kein Weltuntergang mehr, weil nun Maria die Königin hieß; ihr hielten die Mönche den Himmel gespannt mit den Schnüren brünstiger Liebesgewalt.