Denn um sein Dasein war immer die Sage gewesen: als Ketzer verflucht von der Kirche, samt seinem untreuen Sohn von den Großen verraten, kam er wieder aus Süden und war ein Fürst der Stärke wie keiner.

Das Glück und der Reichtum hingen an ihm, und wenn er den Reichstag abhielt, wuchs über Nacht die alte Herrlichkeit wieder.

Der Kaiser blieb aus, aber das Wunder sank in die Hoffnung: verborgen im Kyffhäuser saß er und schlief, indessen die Raben von Rom den Turm seiner Pfalz in ewiger Sorge umflogen, daß seine Stunde zum andernmal käme, daß wieder ein Schwert die Zwietracht zerschlüge, daß wieder ein Kaiser der Kirche den Schirmherrn erwiese.


Das Buch der Bürger

Der Sachsenspiegel

Der Bogen des Kaisers war über Länder und Zeiten gespannt, aber das Volk stak im Tagwerk; der Morgen stieg und der Abend sank, das Frühjahr schwoll an und der Herbst losch hin; der Mond lief sich voll und leer in der Sternenbahn, dem Dasein der Menschen die ewige Gleichung zu halten.

Ruhm brachten die Reisigen heim und die Kaufleute köstliche Waren; aber sie alle zu nähren, stand die Saat zur Ernte: von der kalten Meerküste bis an den Schneekranz der Berge hielt der Bauer die Scholle lebendig, darüber der Bogen des Kaisers im Himmelslicht glänzte.

Der in den einsamen Höfen nach Urvätersitte dem Gesinde vorstand, war der Freie der alten Gemeinde, ihm galten die Weistümer noch aus der heiligen Herkunft.