Das Feld war umbrochen, der Wald war verhauen, Weisheit, Alter und Adel hatten den Sitz an die Torheit verloren, das Recht hinkte sehr, die Scham war in Trauer, im Siechtum die Zucht, als Walter, der Weiser und Sänger der Deutschen, den Tod nahen fühlte.

In seinen Leichenstein waren vier Löcher gehauen, Brosamen den Vögeln zu streuen, daß sie kämen zur täglichen Weide und daß ihr Gesang dem Grab die Fröhlichkeit gäbe, die Walter im seßhaften Alter wehmütig suchte, weil seine fahrende Jugend so übervoll davon war.

Die Bürgerschaft

Der Turmbau der Lehnsherrlichkeit war auf den Wohlstand der Scholle gegründet; keine Burg stand anders im Land, als daß ein Ritter den Überfluß dessen verzehrte, was der Bauer dem Boden abrang.

Aber das Reich war noch immer das Land der neblichten Wälder: mühsam und zäh ging der Pflug in der Rodung, indessen die Fähnlein der Reichsritterschaft beutegerecht durchs Abend- und Morgenland zogen.

Das Reich war arm und ein Bauernland, karg und voll Krieger, bis ihm der Kaufmann die Arme freimachte, bis in den Städten der Handel den Reichtum, der Reichtum aber das stolze Gewerk der Bürgerschaft brachte.

Die Bürgerschaft wuchs an dem Lehnsherrenbaum, wie der Efeu am Eichenstamm wächst, und stand noch im üppigen Grün, als der Stamm ausgehöhlt und der rechte Ast schon verdorrt war.

Fremd und fein im Bereich der Bauern und Ritter schien ihr ummauertes Dasein dem Freienmann; aber die Mauern hielten der kommenden Freiheit die Tore gerüstet.

Der Bauer sank in die Fron, und der Ritter wurde sein Herr; der hörige Mann in der Stadt hob seinen Stand in den Stolz einer neuen Bedeutung: Stadtluft macht frei! stand über dem Tor, aber der Bürger machte sich selber die Luft.