Am Neujahrstag brachen die Berge ins Tal; mit Streitaxt und Morgenstern kamen die Bauern hinab in die Täler, die Burgen zu brechen: da wurden die Waldstätten frei von der habsburgischen Plage.

Sie schwuren noch einmal den Bund und nannten sich Eidgenossen; sie priesen den tapferen Schützen, der dem bösen Landvogt zu Küßnacht den Pfeil in das Herz schoß, und die Gewässer rauschten die Sagen vom wackeren Tell.

Aber zum Mai kam Albrecht der König geritten; das Gerücht seiner drohenden Rache ging in den Waldstätten um, als Johann von Schwaben, der Neffe, den harten Habsburger erschlug.

Da blies das Hifthorn der Habsburg den blutigen Mai, aber die Waldstätten grüßten das Frühjahr mit Freuden, denn nun war Heinrich von Luxemburg König, den Habsburger Hochmut zu dämpfen.

Sieben Jahre lang ging die Freiheit ins Land, bis Heinrich von Luxemburg starb, bis Leopold, der Herzog von Österreich, mit gepanzerten Rittern kam, die Eidgenossen in seine Hausmacht zu zwingen.

Aber die Waldstätten hatten die Wachen sorglich gestellt; als die gepanzerten Ritter gen Morgarten kamen, über den Ägerisee ins Schwyzerland einzubrechen, hatten die Bauern dem Habsburger Wolf die Falle bereitet.

Felsblöcke brachen ins Tal und schlugen blutige Quellen, der Morgarten wurde ein rauchender Anger, der See ein rauschendes Grab für den Hochmut der eisernen Ritter.

Zehnmal sieben Jahre gingen der Freiheit ins Land, und Wenzel war König, als wieder ein Leopold kam, die Eidgenossen zu zwingen; aber nun war die Bauernschaft mächtig und die Städte standen ihr zu.

Bei Sempach ritten die Österreicher an, Luzern zu berennen, und das Streitfeld war frei, die Hengste zu tummeln; das Fußvolk der Waldstätten hatte nach Urväterbrauch den Keil aufgestellt.

Die Ritter stiegen vom Roß, der drohenden Spitze des Keils mit ihren Panzern zu wehren: eine Mauer von Eisen stand vor den Bauern, mit Speeren gespickt, da mußte die Spitze stumpf werden.