Da wurde der Faden der Schuld abgewickelt Mann gegen Mann; und wie der Mann vor den Schöffen dastand, so war sein Schicksal verwirkt.
Denn nicht um die kleinen Dinge hatte die Feme den steinernen Stuhl aufgestellt, Tod und Leben sahen sich hart ins Gesicht, und der Strick war die Buße der Feme.
Wer die Ladung an seiner Tür fand, dem half nicht Gold und Gewalt; sein Dasein war fürder versiegelt, bis ihm die Feme das Siegel ablöste.
Der Freispruch der Feme löste das Siegel, oder der Strang schnürte es zu; dann lag ein Dolch bei dem Leichnam: Strick, Stein, Gras, Grein stand als Zeichen geschrieben, daß hier ein Femspruch vollstreckt war.
Um die Wissenden aber hatte der Eid das Geheimnis gelegt: die heilige Feme halten zu helfen und zu verhehlen vor Weib und Kind, vor Vater und Mutter, vor Feuer und Wind, vor allem, was die Sonne bescheint und der Regen benetzt.
Die Welt war des Unrechts voll, und die Gewalt ritt über die Straßen: aber ein Arm griff aus der schweigenden Erde, den Frevler zu packen.
Der Griff war hart und schnürte die Kehle zu, aber er kam aus dem Recht, und das Recht war im heiligen Boden der Herkunft lebendig wie das Korn in der Scholle.
Saxnot war tot, und die freie Gemeinde lag unter dem Rasen, darüber die Rosse der Ritter im Übermut gingen; die einsamen Höfe der Roten Erde hielten das Herdfeuer wach, und die Wissenden waren beständig.